Adlerschlange
Glaubt ihr eine Partnerschaft führen zu können mit einem psychisch kranken Partner? Ich meine nicht, ob ihr ihn lieben könnt, sondern ob ihr euch vorstellen könnt ein gemeinsames Leben mit ihm zu planen?
Da werdet ihr wohl sagen, dass das natürlich geht. Aber was ist, wenn Untreue Teil der Krankheit ist, wie bei Borderline manchmal?
DSP
kommt darauf an, wie stark einen das verletzt und wie gut man selbst damit umgehen kann... hab selbst schon erfahrung damit gemacht, in nem gewissem grade und weiß, dass all so was verdammt weh tun kann... ich weiß nicht, ob ich das könnte.
Movies
Das ist eine gute Frage.
Ich denke das es natürlich geht. In meiner Familie gibt es auch jemanden mit dem Borderline Syndrom. Er ist aber seit Jahren in Therapie und schon sehr lange mit seiner Freundin zusammen.
Sicherlich gehört eine ganze Menge an Mut, Kraft, und Verständniss dazu.
Stellt sich noch eine Frage. Glaubst Du das es möglich ist, eine Beziehung mit einem "körperlich schwer Krankem" Menschen zu führen?
micha
Na ja... Du musst einschätzen, ob du die Enttäuschungen dein Leben lang (!) aushalten kannst. Psychisch kranke Menschen brauchen unbedingt Freunde und/oder Partner, die auch in schwierigen Situationen zu ihnen stehen. Gerade Borderliner können sehr stark angreifend sein - und man fühlt sich total vor den Kopf gestoßen, obwohl sie das tief drin nicht wollen. Partner und Freunde werden vor hohe Belastungen gestellt.
Wenn der Partner ernsthaft bereit ist, sich helfen zu lassen und eine Therapie beginnt, dann würde ich ihm auf jeden Fall beistehen. Ansonsten muss man aufpassen, dass man sich nicht abhängig macht und unnötig leidet. Ist eine schwierige Frage, gerade, wenn Liebe hinzukommt...
Gerbreton
Ich stimme Micha zu. Wenn eine Ebene gefunden werden kann, auf der über die Krankheit und über eine Therapie gesprochen werden kann, dann sollte man dem geliebten Menschen auf jeden Fall beistehen. Das Kernproblem ist wohl das Vertrauen. Denn wen liebt man im Partner? Auch den Kranken, auch den, der einen verletzt? So muß es sein, denn man kann sich in der Liebe am Geliebten nicht Teile wie aus einem Baukasten aussuchen, die einem gefallen. Der ganze Mensch soll geliebt werden, sonst klappt es auch mit der Beziehung niemals - egal ob gesund oder krank.
Aber Liebe darf mit Abhängigkeit nicht verwechselt werden und damit kommen wir wieder auf das Vertrauen. Glaubst Du an die Liebe Deines Partners oder erkennst Du bei schonungsloser Betrachtung darin eine Abhängikeit, die ihn sich an Dich binden läßt? Wenn Du wirklich helfen willst, mußt Du mit Dir selbst darüber ins Gericht gehen. Willst Du einen abhängigen Partner, der nicht ohne Dich sein kann? Das kann auch angenehm sein, aber ist es gut? In solch einem Fall kann es der größte und schwerste Liebesdienst sein, den geliebten Menschen zu unterstützen, auch wenn am Ende keine wirkliche, gleichberechtigte Partnerschaft in Sicht ist.
Die Grenze zwischen Krankheit und Gesundheit ist fließend. Gerade im Psychischen ist - genau besehen - keiner vollkommen wohlauf. Ab einem gewissen Punkt kann aber ein Mensch seine Handlungen nicht mehr verantworten. Verantwortung zu tragen ist aber eines der wesentlichen Merkamle einer Partnerschaft. Du sprichst eine Persönlichkeitsstörung an und erwähnst in diesem Zusammenhang das Problem der Untreue. Untreue ist unter Menschen, die ihr Handeln verantworten können, sicher in einer Partnerschaft nicht hinzunehmen
- es sei denn beide machen sich einen Spaß daraus, aber dann würden sie wohl ein anderes Wort dafür finden. Aus Deinen Sätzen spricht aber Enttäuschung. Du kannst das Verhalten nicht wirklich akzeptieren. Könnt ihr darüber sprechen oder nimmst Du es mit innerem Groll hin?
(tschulligung für die Länge der Antwort

)
TomTom
Ich denke auch das es möglich ist, doch man kann nicht leugnen das Eifersucht natürlich auch immer eine Rolle spielen wird, Schwer zu sagen ob das so geht, ne zeit sicher aber irgendwann kann schon der Streit entstehen....
Ich würde es aber versuchen, richtig feste Liebe macht viel möglich
Mättes
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Original von Adlerschlange
Glaubt ihr eine Partnerschaft führen zu können mit einem psychisch kranken Partner? |
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Salida!
Ich bin davon überzeugt, dass eine psychische Krankheit meiner Partnerin die Grundvoraussetzung für eine Partnerschaft ist, da eine psychisch gesunde Person niemals eine Beziehung mit mir eingehen würde.
Rabenmaedchen
Hm. Ich war mal selbst mit jemanden zusammen der hatte aktive Schizophrenie. Das heißt er hat Dinge geglaubt, die es nicht gibt (ein grünes Männchen auf dem Nordpol, dass das wetter kontrolliert). Naja. Warum das auseinandergegangen ist, war nicht deshalb.
Mein Verlobter hatte selbst SVV. Von dem her. Ich kann sagen: Ja es geht. Man muss nur damit umgehen können.
SmilingAngel
Was hat Borderline mit Untreue zu tun??? *dummfrag*
Naja ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Denke mal, dass es auch immer auf die Situation ankommen würde, wie psychisch krank der Partner ist, oder was die Folgen sind etc.
Und wie stark ich selber bin...
Theoretisch denke ich ja, aber pratisch weiß ich es nicht...
*eNgElChEn*
hmm ich weiß nicht ob ich das könnte. wüsste nicht ob ich die kraft dazu habe. wenn die liebe stark genug wäre vill. hm aber schwere frage muss ich sagen!!
Adlerschlange
Danke für eure netten Antworten!
Mein Problem ist, dass er mir immer wieder Vorwürfe macht, wenn ich ihn darauf anspreche. Er sagt, ich glaube ihm kein Wort. Dabei weiss ich ganz genau, was abläuft, wenn ich nicht dabin. Deshalb mag ich ihn kaum alleinlassen, dann fühlt er sich kontrolliert. Bin ich aber weg, passiert gleich der nächste Unsinn. Wenn wir reden, habe ich ihn gleich wieder lieb, obwohl ich immer als die Dumme dasteht, die ihm nicht glaubt....
micha
Hmm... Na ja, du musst dir im Klaren sein, dass dich dieses Problem die ganze Zeit eurer Partnerschaft belasten wird. Es sieht ja nicht gerade danach aus, als ob er aktiv etwas gegen seine Krankheit unternimmt oder eingesehen hat, dass sich etwas ändern muss.
So weh es tut, aber denke mal über eine Trennung nach - zu deinem eigenen Schutz. Ich glaube, du bist dabei, dich unglücklich zu machen, wenn du es nicht schon bist. Du hast es aber nicht verdient, das alles mitmachen zu müssen, wenn dein Partner der Meinung ist, dass alles in Ordnung ist.
Was sagt eigentlich dein Umfeld dazu?
Sternenschauer
Mich würde auch mal interessieren was deine Bekannten dazu sagen. Wenn ich von mir aus gehe, würde ich nicht zuschauen wollen, wie meine Freundin immer unglücklicher wird und ihr Partner aber meint alles sei in Butter. Auf Dauer machst du dich wohl selber kaputt denn so wie du schreibst, kannst du nicht damit umgehen, und mal ehrlich: Besser wird das doch auch nicht. Überleg mal wieviel du verkraften kannst und wie weit du bereit bist das alles mitzumachen. Er findet alles in Ordnung, aber was ist mit dir? Glaubst du so glücklich zu werden?
LG: Nicole
Adlerschlange
Vielen Dank, Eure Anregungen haben mir geholfen. Ich habe es soeben beendet und ich kann nicht ságen, daß ich darüber wirklich glücklich bin. Immerhin habe ich das Gefühl, einen hilflosen Menschen allein gelassen zu haben. Aber wenn ich helfen wollte, war es zuviel. War ich nicht da, wurde ich belogen und betrogen. Abhängigkeit ist tatsächlich keine Liebe und auf einem einseitigen "ich kann nicht ohne dich" kann keine Lebenspartnerschaft beruhen. Auch ich kann nicht immer geben und auch mein Leben ist wichtig.
Danke an Euch...
Engelchen und Teufelchen und die Liebe
Engelchen03
Vielleicht ist es besser für dich und ich glaube auch nicht das du dir deswegen vorwürfe machen musst! Eine beziehung aus mitleid ist glaube ich auch nicht die erfüllung aller träume.. Es ist immer schwer egal ob man einen körperlich oder geistig oder "normalen" Freund/in hat... den schließlig gibt es immer probleme.. und eifersucht kann man auch nicht wegen einer krankheit ausschalten! Ich wünsche dir zumindest alles erdenklich gute!!
Liebe Grüße Caro
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