Sterben mit Fremder Hilfe ?

TomTom
Hallo Ihr alle da draussen in der weitem Welt, habe mich heute im Dienst mal wieder mit dem thema der aktiven- bzw unterstützenden Sterbehilfe bei Aussichtslosem Gesundheitszuständen auseinandersetzen müssen

Was haltet IHR von dem thema Sterbehilfe bei Unheilbaren und hochlsterblichem Zuständen....?????

Postest mir einfach malk euer meinung
madru
Hey TomTom, sind nicht alles Mediziener hier....

Stadium Präfinal = Endstadium vor dem Tod, meist bei unheilbaren Krankheiten.
Hochlateraler Zustand = Tötlich und das ganz schnell

Ich halte nichts von aktiver Sterbehilfe.
Aber ich halte auch nichts davon einen Sterbenden mit allen Mitteln der Medizin am leben zu erhalten. Es gibt eine Macht die über uns Rettungskundigen - seien es Notärzte, Rettungsassistenten, Krankenschwestern... - steht und wenn diese Macht einen Menschen abberuft, dann ist Ende! Ich kann dann mit meinen Maßnahmen nur Leiden verlängern aber kein Leben erhalten. Für mich ist diese Macht Gott.
Gerade in den medizinischen Berufen - insbesonders in der Notfallmedizin - muss eine Etik vorherrschen die auch das würdevolle Sterben ermöglicht!
Ich unterstütze in bestimmten Fällen die Sterbehilfe durch Unterlassung.

Aber so oft wie wir zusammen auf dem Wagen saßen weißt Du ja wie ich denke!

Und ich denke, dieses Thema ist in der Philosophie-Abteilung besser aufgehoben und darum schiebe ich es da hin!
Rabenmaedchen
Von aktiver Sterbehilfe... Hm... ICh weiß nicht. Ist ein sensibles Thema.
Ich würde sagen, wenn es wirklich keine Hoffnung mehr gibt und sich der Mensch ganz sicher ist, sollte man ihn zumindest nicht aufhalten, was Suizid angeht (das ist auch wirklich das einzige, wo ich ihn rechtfertige).

Passive Sterbehilfe. Ich sag mal so: Ich würde auch nicht gern weiter leben, wenn ich doch nur noch an irgendeiner Maschine hänge und künstlich ernährt werde und sowieso nichts mehr mitbekomme.
micha
Ganz wichtig ist meiner Meinung nach, alle Menschen dazu zu bringen, sich Gedanken über ihren Tod zu machen. Jeder soll allein entscheiden, was in solchen Situationen mit ihm geschehen soll - man nennt das glaube ich Patientenverfügung.
Es liegt, wie madru schon gesagt hat, nicht an uns, wann wir sterben müssen. Der Mensch sollte nicht Gott spielen und menschliches Leben künstlich erzeugen, absichtlich beenden oder mit allen Mitteln erhalten (zum Beispiel nach einem Hirntod trotzdem noch den Kreislauf aufrecht erhalten). Es ist immer eine Gratwanderung. Letztlich hat Gott aber immer ein Prinzip zur Maxime erhoben: Die freie Entscheidung. Selbst wenn ein Mensch aus irgendwelchen Gründen die Maschinen braucht, um weiterleben zu können, dann soll er selbst entschieden haben, ob sie abgeschaltet werden oder nicht. Menschliches Leben ist sehr wertvoll.

Interessant wäre dabei noch die Frage, was "Tod" ist. Wenn das Herz nicht mehr schlägt, wenn das Gehirn tot ist (und damit auch die Seele), oder wenn das Blut nicht mehr fließt? Ich für meinen Teil denke, dass der Tod dann eingetreten ist, wenn die Seele, der Geist gestorben sind. Also wenn das Gehirn nicht mehr funktioniert.
Rabenmaedchen
Rechtlich gesehen ist tot: 30 Minuten keine Hirnaktivität.
Und ich denke auch, dass tot dann ist, wenn das Gehirn nicht mehr funktioniert. Denn aus einem Hirntod wieder "aufzuwachen"... Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering... Naja.
TomTom
OK scheint doch eine ablehnede Haltung zu geben, abgesehen einiger Ausnahmen... Aber ist es nicht auch Gotts entscheidung einem Mediziner dazu zu bringen keine "unsinnigen" Massnahmen durchzuführen.

Ich glaube es ist natürlich ein sehr heikles thema.
SmilingAngel
HEy ...
Also ich finde, dass es eigentlich schon okay ist, wenn rein gar keine Goffnung mehr besteht, dass die Person wieder erwacht oder genau weiß, es geht bald einfach qualvoll vorbei.
Aber ansonsten, wenn es chancen gibt, nein danke---
TB_Bugs
Aktive Sterbehilfe ist in der Tat ein sehr schwieriges Thema.

Ich denke auch, dass Gott die Menschen aus der uns bekannten Welt abruft. Und es ist egal was der Mensch versucht das zu verhindern oder zu verkürzen.
Die "moderne" Medizin vergisst leider zu häufig, dass es auch um die Würde des Patienten geht. Nicht umsonst schreiben immer mehr Patienten ein Patiententestament.

Ich habe nun schon ein paar Leute in den Tot begleitet. Alles sog. Totkranke, aber keine dieser Personen wollte sterben. Also im Sinne von Sterbehilfe.
Das einzige was ich befürworte ist eine Humanität der Medizin im Sinne von Schmerznahme durch Medikamente.

Aktive Sterbehilfe hat für mich etwas davon, dass der Mensch "Gott" spielen will. Und das kann nicht gut gehen.
schnuffelchaen
*räusper* ich bin ja auch in der klinik....also, ich hab mal was krasses gegenteiliges erlebt, was meiner meinung nach...egoistisch, abwertend und einfach nur *schüttel* keine ahnung was is: ein elternpaar wollte, dass ihr 1monate altes kind unbedingt am leben erhalten wird, damit sie nicht abgeschoben werden...das kind hat(te) eine muskelerkrankung, die so schwerwiegend ist(war) dass es quasi keine überlebenschance gibt(gab)...weiß nich ob das kind noch lebt...is nun schon 4monte her...



also, was ich von aktiver sterbehilfe halte? nun ja...bei einigen syndromen *wie das aphallische, das schon angesprochen wurde* gibt es tatsächlich die möglichkeit, wieder zu erwachen aus dem koma....die chancen sind aber nur schwindend gering...der patient kann da nicht slebst entscheiden, ob man die maschinen abschalten soll, weil er quasi hirntod is....schaltet man sie ab, weil die verwandten das so wollen, er wäre aber vllt wieder erwacht, hätte man noch einen tag gewartet? klar, weiß man nie..aber ich mein...kann man mit dieses schuldgefühlen leben?
also ich will das nicht entscheiden müssen....

hab auch schon viel auf intensivstation mitgekriegt...finds ok, wenn die ärzte dann nichts lebenerhaltendes machen, irgendwann....aber...wer entscheidet das? das is ne riesen verantwortung...denn eigentlich müssen sie versuchen das leben zu erhalten...

is sehr sehr schwierig....ne freundin von mir hat ne bekannte mit fortgeschrittener multipler sklerose...die sagt, wenn sie sich nich mehr selbst die spritze geben kann, geht sie in die schweiz....dort isses erlaubt...naja...*schulter zuck*


weiß auch net...
*BlackSun*
Ich selber stehe auf eine weise zur Sterbehilfe. Ich denke es gibt immer einen Punkt an dem der erkrankte Mensch wirklich nicht mehr weiter leben möchte.
Ich denke wenn ehr an diesem Punkt angelangt ist und nur noch von Schmerzen geplagt ist hat das leben wirklich nur noch einen ganz geringen wert.
Ich finde einfach in gewissen Situationen ist es einfach nicht richtig das andere Menschen auf diese weise über ein anderes Leben urteilen und es eventuell mit qualvollen Nebenwirkungen versuchen den Menschen am leben zu erhalten. Was hat denn diese Person davon wenn sie nur noch mit Morfium einen einigermassen schmerzfreien Tag erleben kann oder nur noch im Bett liegend vor sich hin vegetiert. Ich denke nicht dass es uns dann, wenn dieser Mensch unheilbear krank ist, das Recht gibt diesen Menschen künstlich am leben zu erhalten.

Bei uns in der Schweiz gibt es ja eine Klinik in der Sterbehilfe angeboten wird. Diese Klinik wird von Menschen aus ganz Europa besucht. Menschen die durch ihre Krankheit einfach keine Zukunft mehr sehen. Ich denke in diesen Fällen ist eine solche Hilfe OK.
micha
Aus aktuellerem Anlass: Was sagt ihr zur Geschichte um Terri Schiavo, die derzeit die ganze USA beschäftigt?
TomTom
Finde es traurig das so etwas möglich ist, das ist nicht gerade ein zustand wo Sterbehilfe angebracht ist.
Sie ist nicht Todkrank, wenn auch absoulut Tageslebensunfähig
micha
Na ja, aber sie hat einmal selbst bestimmt, dass sie so nicht leben will. Und es ist nicht zu erwarten, dass sie jemals wieder aufwacht...
Also ich halte das für schwierig.
madru
Ich denke, hier dreht mal wieder eine Nation am Rad... Es ist schlimm, dass eine Regierung versucht die Rechtssprechung des Landes ad absurdum zu führen! Alle gerichtlichen Instanzen in Amerika haben die Einstellung der künstlichen Ernährung bestätigt, der Ehemann befürwortet diesen Schritt und die Patientin hat zu Zeiten des vollen Bewußtseins unter Zeugen mehrfach erklärt, dass sie so nicht dahinvegetieren will.... Und dann kammt der gewählte Diktator Bush mit seinem Kongress und erlässt neue Gesetze um bestehende Urteile auszuhebeln...

Ja, spätestens jetzt ist Amerika für mich eine Diktatur in der die Menschenrechte und die Menschwürde mit Füßen getreten werden!

In Deutschland gibt es die Möglichkeit solche Sachen mit einer Patientenverfügung auszuschliessen. Allein der Erklärte Wille reicht aus um solch einen Schwachsinn wie in Amerika nicht erleiden zu müssen!

Ich möchte auf jeden fall das mir es nie so ergeht und niemand 15 Jahre wartet. Ich werde bald eine Patientenverfügung schreiben - nur weiß ich noch nicht, wie ich das mit der Person meines Vertrauens machen soll. Diese Person soll in meinem Sinne entscheiden wenn ich nicht mehr entscheiden kann. Ich weiß aber nicht, ob ich der Person der ich so Vertraue die Last aufladen kann...
TomTom
Aber wir wissen alle das eine Patientenverfügung nicht unbegrenzt Gültig ist. z.B ist selbst eine Notariell gefertigte nur 10 Jahre gültig.
Eine Handschriftliche möglicherweise garnicht.

Schon schwer so mit dem Sterben auf verlangen
madru
Das stimmt nicht ganz... Sie ist eigentlich unbegrenzt gültig - aber nach 2 Jahren können erhebliche Zweifel geltend gemacht werden ob sich der Wille nicht geändert hat. Daher sind in allen Vordrucken Erneuerungen alle 2 Jahre vorgesehen. Allerdings eine 20 Jahre alte Patientenverfügung und die Aussage von Freunden und Familie, dass der Wille bis zu letzt überein stimmte reicht auch. Nur kein Risiko eingehen und das Ding alle 2 Jahre erneuern. Und bei Freunden, Verwanden und Bekannten bekannt machen das es solch ein Teil gibt und an welchen Stellen es hinterlegt ist!

Es ist dann auch egal ob da ein Notar mitgemischt hat oder nicht - beide Versionen werden in der Rechtssprechung nach ca. 2 Jahren angezweifelt. Umgekehrt macht sich medizinisches Personal strafbar wenn es in Kenntniss einer aktuellen Verfügung gegen diese handelt... Gilt aber nicht unbedingt in der notfallmedizin an der Einsatzstelle - da ist der Streß zu groß die Verfügung zu überprüfen. Gab mal nen guten Artikel von Herrn Ufer dazu...

Das mit dem Handschriftlichen wäre mir neu... In Deutschland werden z.B. nur nitarielle oder Handschriftliche Testamente ohne Probleme anerkannt. Warum sollte es bei der Patientenverfügung anders sein?


Hier mal ein Text von der Homepage der Hamburger Ärztekammer:

Form

Eine Patientenverfügung sollte schriftlich vorliegen, vorzugsweise kombiniert mit der Vorsorgevollmacht. Sie kann handschriftlich verfasst werden, dies ist jedoch nicht zwingend erforderlich.

Auf der Verfügung sollten zwei Personen den Willen des Verfassers mit ihrer Unterschrift bezeugen. Die Beurkundung oder Beglaubigung durch einen Notar ist möglich, jedoch nicht erforderlich.

Da die Patientenverfügung im Ernstfall schnell den behandelnden Ärzten zugänglich sein muss, empfiehlt sich auch hierfür der Verweis auf einem Vorsorgeausweis, der zu Ihren persönlichen Dokumenten gehört.
TomTom
Ja das meinte ich damit, wir redeten hier über 15 Jahre seit Unterzeichnung
madru
Ne, wir reden hier über einen 15 Jahre dauernden Rechtsstreit! Der Wille der Patientin hätte vor 15 Jahren bereits umgesetzt werden müssen! In Deutschland wäre es mit einer Patientenverfügung / dem erklärten Patientenwillen nicht so weit gekommen!
Rabenmaedchen
Wer hat das Recht in einem solchen Fall zu entscheiden?
Hm... Ehemann? Eltern?
Wohl alle zusammen. Aber da sie sich nicht einigen können.
Mir tut die Frau leid.
Ich selber würd das nicht wollen.
unknown Spammer
Soweit ich heute in der Zeitung gelesen habe is der Mann aber auch für nen Tod weils kein Happy End geben kann! ... Ich bin nicht in der Position irgendwas zu entscheiden und werde das auch nie machen. Ich stehe diesem Problem neutral gegenüber und bin weder für oder gegen Leben...ich würde darüber nicht einmal entscheiden wenn es mir um einen Menschen gehen würde der mir was wert ist da ich einfach nicht kann und will...
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