Eine grosse Liebe

Delight
Es gibt nur eine große Liebe....

... und manchmal findet man diese zu einem Zeitpunkt, der keine Chance lässt um glücklich zu werden.

Ich kann mich an so viele Dinge erinnern, fast so, als wären sie in mein Hirn eingebrannt... wie ein Video in meinem Kopf, das ich beliebig abspielen sowie vor/ und zurück laufen lassen kann.
Beginne ich mit dem Tag, an dem das Schicksal begann mein Leben drastisch zu verändern:

Ich war ein wildes Mädchen, mit dem unbändigen Drang zur Freiheit und Selbstbestimmung. In meinen jungen 13 Jahren war ich Selbstständig genug um zu entscheiden, dass ich einer Clique lauter älterer Jugendlicher angehören und mir meine Wochenenden mit nächtlichen Saufereien und den ersten männlichen Bekanntschaften verschönern wollte.
So kam was kommen musste und ich befand mich in der einzigen Clique die unser Dorf zu bieten hatte.

Schnell fand ich den ersten Freund... und sammelte meine ersten Erfahrungen, die über Händchenhalten und verliebte Blicke hinaus gingen.
Ohne überheblich zu klingen, aber ich war ein beliebtes Mädchen... blond, groß, schlank und eine... durchaus gewollte... Mischung aus Offenherzigkeit, Naivität und Unnahbarkeit.

In jenem Sommer fühlte ich mich so gut wie nie... ich hatte einen Freund, welcher mit 19 schon beträchtlich älter war als ich... dementsprechend war mein Selbstbewusstsein groß wie ein Haus und mein Körper gefiel mir wie noch nie zuvor.

Wie sehr sich alsbald alles ändern sollte, ahnte ich nicht einmal.... nichtmal, als mein Freund Markus mir erzählte, das ein Typ aus unserer Clique ein Auge auf mich geworfen hatte.
Jener Typ war unter den Mädchen unserer Truppe so was wie der „Johnny Depp“. Wahnsinnig attraktiv aber unnahbar. Zudem war er einer der Ältesten der Clique und hatte bereits Kinder.

„Erzähl keinen Quatsch“, ungläubig schaute ich Markus an und konnte die Worte in meinem Kopf kaum sortieren.
„Doch, er hat es mir gesagt“, erwiderte Markus mit wissendem Lächeln.
Ich blickte in Markus Augen, konnte aber keinen Hinweis darauf finden, dass er mir einen Bären aufbinden wollte.

Wir flachsten noch einige Zeit über dieses Thema, bis ein Motorengeräusch uns innehalten ließ.
Es war der große, orange-farbene Bulli, den ich schon so oft auf den Schotterplatz habe fahren sehen.
Verstohlene Blicke wechselten zwischen Markus und mir, denn wir beide wussten, wer da nun aus dem Bulli steigen würde.

Ehrlich gesagt war mir Mario vorher nie auf gefallen. Er war keiner der Aufreißer, jedenfalls keiner, der so offensichtlich die Mädchen der Clique anbaggerte.
Doch als er an jenem Nachmittag aus dem Bulli sprang, war ich mir sicher, nie einen attraktiveren Mann gesehen zu haben.
Braungebrannt und mit stechend blauen Augen, seine Haare in wilden Locken und ein kesses Lächeln, Dinge die mir erst an diesem Nachmittag auffielen.
Mario hüpfte aus seinem Bulli und ich bildete mir ein zu sehen, wie er einen strafenden Blick auf Markus warf... auf dessen Schoss ich rittlings hockte.
Es folgte eine kurze Unterhaltung zwischen Markus und Mario als dieser schon wieder davon brausen wollte.
Diese Gelegenheit konnte ich nicht verstreichen lassen und so warf ich Mario noch einen Satz hinterher.
„ Ach Mario... du musst nicht eifersüchtig sein!“, witzelte ich, doch mich traf sofort ein vernichtender Blick und in einer grossen Staubwolke brauste der Bulli mit Mario wieder davon.
Die nächsten Tage waren unspektakulär, auch wenn ich von nun an diesen Mario fast täglich sah.
Richtig Ernst wurde es erst an dem kommenden Wochenende, welches wir wieder am Cliquentreffpunkt verbrachten.

Mario hatte offensichtlich meinen frechen Spruch ihm gegenüber nicht vergessen und so kam an diesem Abend immer wieder zu kleinen Sticheleien zwischen uns.
Es steigerte sich von Mal zu Mal und im Finale hatte ich Marios Kronjuwelen in der Hand und schaute mit einem genüsslichen Blick zu ihm auf.
Sein Gesicht war weniger verzückt und so verliess er die Szenerie über eine kleine Holzbrücke auf eine Parkbank.

Von zweierlei Gefühlen getrieben folgte ich ihm... ich wollte wissen, ob er wirklich Schmerzen hatte und zum anderen regte sich in mir eine gewisse Neugier diesem Mann gegenüber.
Neben ihm auf der Parkbank sitzend ergab sich bald ein Gespräch... aber anders als zuvor.
Wir redeten leise und gedämpft... mit ruhigen Worten und ohne Witzeleien. Nervosität stieg in mir auf, so nestelte ich verlegen an einem Baum hinter der Bank.
Immer wieder waberten Markus Worte durch meinen Kopf... mich mahnend dass dieser Mario ein Auge auf mich geworfen hat.
Und da ich nun mal ein vorlautes Ding war, konnte ich nicht anders als Mario anzustacheln.

„Wetten, du traust dich nicht mich zu küssen?“ mit blitzenden Augen grinste ich Mario an.
„Wetten, du traust dich nicht?“ war seine, wenig überraschte, Antwort.
„Ich hatte schon deine Eier in der Hand!“ Konterte ich.
Ein paar Wortwechsel später stand Mario auf.
Er stellte sich vor mich, beugte sich herunter und küsste mich.
Es war, als hätte jemand eine Explosion gestartet... als wäre eine Armee aus Schmetterlingen in meinem Bauch und ein dichter Nebel in meinem Kopf.
Alles um uns herum verschwand.... bis Mario meine Hand nahm und mich zu dem nahe gelegenen See führte, wo wir uns ins Gras legten
nocturna
trotz dass deine geschichte was positives hat, klingt sie für mich am anfang irgendwie traurig und schwer...aber vielleicht habe ich auch einfach nur mit einer falschen grundhaltung deine wunderbare geschichte gelesen...vielleicht solltest du eine fortsetzung davon schreiben...
Delight
Eine Fortsetzung ist bereits in Arbeit....
Traurig... ja.... das war es auch.

Weiterer Abschnitt:

Die Stimmen wurden lauter und deutlicher, als Mario und ich aufstanden, die Kleidung zurecht zupften und uns wieder auf den Rückweg machten.
Man vermisste uns bereits.
Mario hielt meine Hand fest in seiner und ich flüsterte ihm zu: „ Hatte ich also Recht!“.
Von jenem Tag an waren wir ein Paar. Wir sagten es niemandem... es wurde nicht ausgesprochen und doch schien jeder es zu wissen.
Der große Altersunterschied war zwischen uns kein Thema, dennoch waren wir uns einig das wir unsere Beziehung nicht an die grosse Glocke hängen sollten.

Für mich begann die wertvollste Zeit in meinem Leben. Wir trafen uns fast täglich. Und immer schien es so, als wären wir gelenkt von zwei Magneten, die einander suchen.
Vielleicht war es aber auch nur so, dass wir uns trotz der kurzen Zeit schon ewig zu kennen schienen und genau wussten, wo wir uns finden konnten.
Mario veränderte mein ganzes Leben... ich fühlte mich plötzlich angekommen... Zuhause. Ich dachte, es würde ewig so bleiben.
Das dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit, der stillschweigenden Anziehungskraft niemals enden würde.

Die Familiäre Situation bei mir Zuhause machte es mir einfach auch ganze Wochenenden bei Mario zu verbringen, und das tat ich so oft es ging. Während meine Mutter dachte ich sei bei meinem Vater und mein Vater von nichts wusste, genoss ich meine Zeit als vollwertige Partnerin.

Es gab Situationen in denen ich mir so vollkommen vorkam... in denen ich wirklich ich war. Ich fand meine wahre Persönlichkeit.
Wenn Mario und ich unsere Zweisamkeit teilten, wir einen Videoabend mit Freunden veranstalteten und in seinen vier Wänden ein richtiges Paar waren.... das war ich und so wollte ich immer sein.
Wenn wir unter Menschen waren, gab es unsichtbare Bande, die unsere Blicke zueinander zogen, die kurze Berührungen möglich machten und die dafür sorgten das jeder von uns genau wusste, zu wem er gehört.
Unsere Herzen schlugen im Einklang.
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