Liebesbrief an Sandra

Sternengucker
Schnelle, kleine Kinderfüße huschen über den so blendend weißen Sand des Strandes. Leise rauschende Wellen schlagen in ihrem unerkennlichen Rythmuss an das Ufer, dass sich immer wieder verändert, immer wieder neu gesetzt wird, immer weiter und näher ist, in dem endlosen Spiel der Gezeiten.
Sie lachen. Die Wellen lachen über die Kinder, und die Kinder lachen über sich selbst, über den Sand der sie zwischen den Zehen kitzelt und über die so ulkigen Menschen die sich so oft dort herumtreiben, die sich rückwärts ins Wasser schmeißen, nur um prustend und lachend wieder aufzutauchen. Das glockengleiche, so klare Lachen scheint durch die ganze kleine Stadt zu klingen, scheint besitz von jedem Haus zu nehmen, scheint in jeder Küche der Grund für den Frohsinn zu sein, der dort schon immer war.
In ihren Augen ist dieses Unbeschreibliche Glitzern, dass niemand je recht zu beschreiben vermochte, als wenn ein Stück vom Himmel, so unbeschreiblich er ist, sich in den Augen dieser Kinder verfangen hätte, um dort zu leben, sich wohl zu fühlen, und um andere Menschen auf diese besondere Art und Weise anzulächeln.
Es scheint für sie keinen Winter zu geben, sie und das Meer und die Sonne, und manchmal auch der Mond, sie scheinen zusammen ein ewiger Sommer, oder eher ein ewiger Frühling zu sein. Schmetterlinge könnten um sie herumtollen und das Bild wäre nicht viel anders. Das Meer spielt immer mit ihnen mehr scheinen sie nicht zu brauchen, mehr scheinen sie gar nicht zu wollen.
Ihre flinken Hände finden hier und da immer mal wieder Muscheln, manchmal Perlen oder Steine, die Perlen sind meistens bunte Glasmurmeln und doch sind diese so unbeschreiblich wertvoll, als wenn sie einem uraltem Piratenschatz angehören würden, der irgendwo hier noch vergraben liegen muss. Die Farben faszinieren am meisten, jede Muschel scheint eine einzigartige Landkarte zu sein, die anzeigt wie man in fremde Länder voller Abendteuer kommt, die sagen wie man geheime Zaubersprüche erlernt, die einfach so wunderschön sind, dass sie oft voller Freude zurück ins Meer geworfen werden, denn solche Schönheit gehört nicht in ihre Hände noch in diesen Sand.
Sie wissen so vieles mehr als die großen glauben, und doch sind sie nur lachende und spielende Kinder, die von morgens bis abends mit dem Tag, manchmal eben auch mit der Nacht spielen, das Meer zum Spielgefährten haben, und nicht mehr brauchen als frische Luft und die Zeit die ihnen das Leben noch gibt.
Viele Menschen kamen schon in das kleine Dorf, in die kleine Stadt, um die Schönheit des Sonnenunterganges am Meer zu finden, um zu sehen wie man leben kann ohne sich Sorgen machen zu müssen, um vieles zu lernen. Viele suchten an der falschen Stelle, viele suchten all dieses in der Ruhe, weit weg von allen Menschen.
Sie hätten nur diese Kinder ansehen brauchen, sie hätten nur in ihren Augen entdecken müssen, was es bedeutet frei zu sein, frei von aller schweren Last des Lebens. Sie hätten nur ihren Schritten, ganz nah am Wasser, folgen müssen, um Muscheln Steine, und vielleicht sogar die eine oder andere Perle zu finden. Für sie wären die Kinder die Schatzkarte gewesen die ihnen den Weg in ein Land gezeigt hätten dass sie so lange suchten, dass sie schon einmal gehabt hatten und doch wieder aufgegeben hatten.
Sie hätten gesehen was es bedeutet wie ein Kind zu leben und zu lieben.
Manche Menschen finden genau dieses in diesen Kindern oder in anderen oder in sich selbst, und sie wissen dass es so richtig ist, und nicht anderes, und andere suchen ihr Leben lang zu verstehen was Liebe bedeutet, die kindliche „naivität“ einfach zu lieben ohne nachzufragen ob es gut oder schlecht ist, ohne Angst zu haben dass diese Liebe aufhört, ohne Angst vergessen zu werden.

Ich liebe dich ohne nachzufragen, ohne Angst zu haben, denn du bist mein Weg, mein Ziel, du bist alles was wichtig ist, du bist das unendliche Meer, die Sonne und erst recht der Mond, eine wunderschöne Muschel, das Land voller Abenteuer und Ideen und der darin versteckte Schatz; du bist der Strand, der unendlich weiße Sand, der Augenblick in dem die Schmetterlinge mit den Kindern spielen, der Sonnenauf- und Untergang; du bist die frische Luft des Meeres, meine Freiheit, meine Ewigkeit, mein Stück vom Himmel.
Ich liebe dich.


Copyright by Dennis Welz | 18.2.2002 | Splitterwelt
CompuFreak
Ok!
Sternengucker
lol ... danke Augenzwinkern
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