Worte eines Möders seiner Selbst

losttear
Worte eines Mörders seiner Selbst!

Ich kann nicht mehr! Meine Kraft, wo ist sie hin? Aufgesaugt von all der Dunkelheit die mich umgibt! Gib sie mir zurück! Es ist meine! Ich halte das nicht länger aus. Alle Engel dieser Welt nahmst du zu dir. Alles genommen was mein war. Gib es mir zurück. Ich werde kommen und es mir holen. Heute noch. Du Dieb. Du mieser Verbrecher. Wie kann man ohne Glück auf dieser Welt überhaupt existieren? Ist das möglich? Kann man glücklich sein ohne Glück? Hast mich allein hier zurückgelassen! Aus welchem Grund? Warum hast du mir alles genommen, nur nicht mich selbst? Wolltest du mich leiden sehn? Sehn wie ich zu Grunde gehe? Diese Genugtuung habe ich dir nun bereitet. Da du mir alles nahmst, mach ich den letzten Schritt. Den Schritt ins Ungewisse, in die Freiheit? Hinauf zu all den Engeln die du mir nahmst. Zurück zum Glück! Was sollte ich auch noch hier? So ganz allein? Die Stille um mich herum machte mich krank. Die Einsamkeit nahm mir die Kraft, die ich nicht mehr hatte! Nenn mir einen Grund, warum ich in dieser Öde hätte verweilen sollen! Es hatte keinen Sinn mehr meine Seele weiter zu zerstören. Ich musste weg von hier. Ins Paradies? In die Hölle? Ganz gleich wohin. Hauptsache weg von hier. Raus aus diesem Loch. Kein Wort erreichte mehr meine Ohren. Abgegrenzt von der Außenwelt. Verlassen in der Dunkelheit, die mir den Atem raubte. Ernährte mich nur noch von Ratten. Dicken, fetten Ratten, die sich an meinem Blute labten. ‚Trinkt es nur ihr Mistviecher. Brauche es nicht mehr, wenn ich gegangen bin.’ Ich wollte mein Blut sehen. Sehen wie es heruntertropft. Fließt auf den kalten Boden der nichts spendete, außer eisiger Kälte. Kein Blatt, kein Halm. Alles kalt. Hart. Spürte den Schmerz kaum noch. Den Schmerz der meine Seele zerfraß. Den Schmerz den mein Körper spürte. Empfand keine Liebe. Ja, geliebt hatte ich einst. Als der Fels noch grün und das Wasser noch nicht gefroren war. Doch, da du mir alles nahmst, hatte ich nichts mehr. Nichts außer des kalten Steins und der Dunkelheit. Meine Beine waren müde. Zu müde um weiter diesen steinigen Weg zu beschreiten. Irrte schon lange durch diesen Irrgarten aus unüberwindbaren Mauern. Mauern aus nichts als Gedanken. Gedanken die nicht wärmer und heller waren als der Fels, der mich umgab. Die Müdigkeit machte mich lahm. Doch lähmte sie nur meinen Körper. Mein Geist hörte nicht auf mir Schmerzen zuzufügen. Der Durst nach Liebe, Zuneigung und Glück lies mich diesen Entschluss fassen. Der Entschluss dies alles zu beenden. Mit Gewalt das Ende herbeizubeschwören. Nun ist es soweit! Ich bin auf dem Weg dorthin, wo ich nicht hingehöre, doch wo es besser ist als es dort war wo ich herkomme. Denn überall ist es besser als lebend auf der Welt zu wandeln!

30.01.2006
(c) losttear
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