Engelchen03
Ich sehe dich vor mir, schaust aus, wie Eis. Halte dich in meiner Hand und die Kälte der Berührung lässt mich erschauern. Ich führe dich vorsichtig über meinen Handrücken und ein kleiner Strom bildet sich auf meiner Haut. Rot und warm läuft er mir über die Finger und tropft zu Boden. Wieder und wieder lasse ich dich über meine Haut gleiten, doch spüre ich nicht, wie du sie berührst. Auf meinem Körper viele kleine Rinnsale, die mich bedecken. Genieße die Wärme des Blutes auf mir, wie es kitzelt, während es an mir herab läuft. Kalter Stahl liegt in meiner Hand und wartet darauf, endlich seiner Bestimmung zu folgen. Sachte kreise ich mit dir auf meinem Bauch umher, hinterlasse Kratzer. Doch ich spüre keinen Schmerz. Letztendlich hebe ich dich, führe dich zu meiner Brust. Genau über meinem Herz halte ich an und mache mich bereit. Ein leichtes Piksen und ein kurzer stechender Schmerz, als du mein Herz durchbohrst. Deine Kälte lässt meinen Körper unwillkürlich zittern. Ich fühle etwas! Deine Kälte in meinem Herzen. Betäubt falle ich zu Boden, erleichtert und dennoch ängstlich sehe ich der Zukunft entgegen. Die rote Flüssigkeit bildet einen See um meinem Körper. Dann die Erleichterung, ich bin endlich dort, wo ich immer sein wollte. Doch bist du schuld, dass ich sterbe. Ich habe mich in deine Kälte verliebt. Du, die Eisklinge, bist mir näher, als jemals jemand zuvor. Du hast mein Herz erreicht. Ich bemerke noch, wie es immer langsamer schlägt. Ein letztes Pochen und ich bin erlöst.
(c) engelchen
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