Blutbad im Kaukasus!!!

Becke
Beim schlimmsten Terroranschlag in Russland in
diesem Jahr haben islamistische Rebellen in Naltschik fast 30 Menschen getötet. In stundenlangen Kämpfen in der nordkaukasischen Stadt starben nach ersten Behördenangaben ein Dutzend Sicherheitsbeamte und etwa 15 unbeteiligte Zivilisten. In den Gefechten kamen auch über 50 Angreifer ums Leben, wie Vize-
Innenminister Alexander Tschekalin dem russischen Präsidenten Wladimir Putin im Kreml berichtete.
13.10.2005
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Zwischen 150 und 300 Angreifer überfielen die Stadt nach Angaben des Präsidenten der Kaukasusrepublik, Arsen Kanokow, und nach Medienangaben. Sie attackierten drei Polizeistationen, den Sitz von Innenministerium und Inlandsgeheimdienst FSB sowie ein Waffengeschäft.
Putin will hartes Durchgreifen
Nach Angaben des russischen Ministeriums wurde der Angriff abgewehrt, allerdings hielten die Kämpfe in einigen Straßenzügen an. Die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass meldete unter Berufung auf lokale Führungskräfte, 50 Rebellen seien getötet worden. Auch zwölf Bewohner der Stadt Naltschik seien ums Leben gekommen.

Russlands Präsident Wladimir Putin hat seine Sicherheitskräfte persönlich angewiesen, alle Kämpfer notfalls zu erschießen. "Der Präsident hat den Befehl erteilt, dass nicht ein Aufständischer die Stadt verlassen darf", sagte der stellvertretende Innenminister Alexander Tschekalin nach einem Treffen mit Putin. "Diejenigen, die bewaffnet sind und Widerstand leisten, sollten nach Putins Worten ausgelöscht werden", erklärte er Interfax zufolge.
Geiseln in Polizeistation
Die Angreifer nahmen offenbar Geiseln. Sie würden in einer Polizeistation festgehalten, sagte der Beauftragte der russischen Regierung für Südrussland, Dmitri Kosak, am Donnerstag im russischen Fernsehen.
MEDIATHEK

Video Rebellenüberfall in Südrussland
Joachim Bartz, ZDF-Korrespondent in Russland, sprach von einem "großangelegten Angriff" auf mehrere wichtige Einrichtungen in der Stadt. Die russischen Sicherheitskräfte hätten Verstärkung und Militärhubschrauber angefordert. Die Rebellen wollten Bartz' zufolge offenbar gefangene Rebellen befreien. Bartz sagte, die jüngsten Ereignisse zeigten, dass die russische Regierung die Lage im Nordkaukasus nicht im Griff habe. "Es sieht ganz so aus, als ob die Rechnung der Rebellen aufgeht und die Lage im gesamten Nordkaukasus destabilisiert wird", sagte Bartz.
Stadtzentrum abgeriegelt
Ein Angriff auf den Flughafen der Stadt sei von der Armee abgewehrt worden, berichtete Interfax. In mehreren Stadtvierteln kam es demnach zu Schießereien, an einigen Stellen stieg Rauch auf. Die Polizei fahre durch die Straßen und rufe die Zivilbevölkerung auf, sich in Sicherheit zu begeben. In der Stadt seien zahlreiche Soldaten im Einsatz. Das Stadtzentrum sei abgeriegelt worden.
Berichte von Augenzeugen, wonach auch eine Schule angegriffen worden sei, stellten sich als unbegründet heraus. Bei den Bewaffneten, die die Schule Nr. 5 in Naltschik stürmten, handelte es sich nach Angaben der Behörden um Sicherheitskräfte, die das Gebäude evakuieren wollten. Die Schule liegt in der Nähe des angegriffenen Kommissariats. Die Bilder von weinenden Schulkindern, die das Gebäude verließen, weckten Erinnerungen an die Schul-Geiselnahme im südrussischen Beslan vor einem Jahr.
Tschetschenische Rebellen bekannten sich inzwischen auf einer Internet-Seite zu dem Angriff. Kabardino-Balkarien ist eine Nachbarrepublik Tschetscheniens. In den vergangenen Monaten ist es verstärkt zu Angriffen auf Beamte in der russischen Teilrepublik gekommen. Die Behörden hatten mehrmals radikale Islamisten für die Angriffe verantwortlich gemacht.


Die islamistischen Rebellen in Naltschik halten auch nach Stunden noch mehrere Geiseln in einem Polizeirevier fest. Einsatzkräfte hätten das Erdgeschoss des Polizeireviers Nr. 3 weitgehend zurückerobert, so dass die Bewaffneten mit ihren Geiseln nur noch in zwei Räumen seien.
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