Am Abgrund

Kiara
Völlig planlos streifte sie durch die Felder, durchquerte Wälder und versuchte einen klaren Gedanken zu fassen. Aber es gelang ihr nicht. War so verwirrt, so durcheinander. Für einen kurzen Moment hockte sie sich an den Wegrand und vergrub ihr gesicht in den Händen. Ließ die letzten Tage an ihr vorüber ziehen. Sah ihren Vater mit erhobener Hand und ihre Mutter weinend in der Ecke sitzen. Hörte ihre Schrei und die, ihrer Schwester. Fühlte wieder das Blut über ihre Arme fließen und die Schläge ihres Vaters, die auf der Haut brannten. Als sie wieder aufstand, schwankte sie kurz, aber sie kämpfte weiter gegen ihre Müdigkeit und die Erschöpfung an. Als sie nach einer langen Zeit wieder den Kopf hob, stand sie an der Schlucht. Sie kannte jeden einzelnen Felsen und jede Spalte, die meisten von ihnen verborgen, die diese Gegend so gefährlich machten. Einen Moment lang ging sie an der Schlucht entlang, doch irgendwann ließ sie sich aufs Gras sinken und schluchzte. Sie öffnete ihre Tasche und holte ein bemaltes Blatt Papier heraus. Dieses Blatt bedeutete ihr alles. Ihre Schwester hatte es ihr gemalt... ihre kleine schwester, die sie sehr vermissen würde. Aber sie konnte ihr nicht helfen, sie musste tatenlos zusehen, wie ihr Vater sie misshandelte. Verzeifelt schüttelte sie den Kopf. Sie wollte das alles nicht wahrhaben, wollte weg von ihr, einfach nur diese Wlt hinter sich lassen. Sie zitterte am ganzen Körper, doch sie konnte jetzt keinen Rückzieher machen, musste das beenden, womit sie angefangen hatte.
Sie zog das Taschenmesser aus ihrer Tasche und setze es an ihren Arm. Sie wollte einmal noch das warme Blut auf ihren Armen spüren. Das alleine war das Zeichen für Leben, was sie noch besaß. Ihre Augen schon starr und glasig, ihre Lippen trocken und ihre Haut blass, bis auf die blauen Stellen, die von dem Gürtel des Vaters stammten.
Sie drückte das Messer tief in ihr Fleisch und zog eine lange, blutige Linie auf ihren Arm. Das Blut strömte auf ihre Klamotten. Doch sie spürte keinen Schmerz mehr, war wie betäubt...
Die Gedanken in ihrem Kopf überhäuften sich. Was ist richtig? Was ist falsch? Lohnt es sich, dieses Leben zu leben oder ist es nur eine Qual?
Sie griff nocheinmal nach dem Bild und trat an den Abgrund... Schwankend stand sie da, die Zehenspitzen schon über der Schlucht. Sie ließ das Bild fallen und schaute dem dahin segelnden Papier zu. Sehnsüchtig blickte sie der Erinnerung nach. Dann breitete sie die Arme aus und atmete noch ein letztes mal tief durch... Plötzlich hörte ma einen Aufschrei hinter ihr:,, NEEEIN! TU ES NICHT!"
Doch es war schon zu spät. Als sie den Schrei hörte, war sie dem Tod schon näher als dem Leben...

(c) Kiara
flamingheart
traurig;( aber soll es leider leider gebenAugen rollen
Sephirah
mhh...depri
silentangel17
:ganztraurig: nicht mehr dazu sagen kann
Sephirah
dazu kann man glaube ich auch nicht sehr viel sagen...
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