Die Geschichte vom kleinen Mädchen

Insomnia
Es war einmal, vor nicht allzu langer Zeit, ein kleines Mädchen.
Ohne jemals eine Wahl gehabt zu haben, wurde es in einen Käfig geboren

… in einen goldenen

Statt dass dieser ihr Schutz geben sollte, wurde er zu ihrem Todesurteil.
Menschen kamen von überall her,
um sich an der Schönheit und Zartheit,
an der Unschuld und Reinheit des Mädchens zu ergötzen.
Sie fütterten es, schenkten ihm schöne Kleider und sogar eine Schaukel

… eine goldene

Sie gaben ihm alles, was es brauchte. Wirklich Alles?

Und obwohl das Mädchen immer von Menschen umgeben war, wurde es einsamer und einsamer. Nachts, wenn alle Menschen fort waren, und es Ruhe hatte, dachte es nach. Aber ihre Gedanken waren meist traurig. Es fing an mit sich selber zu reden. Anfangs weniger, dann immer mehr. Es sang über die Dinge, die es bewegte, Dinge, die es bedrückte. Es sang um die bedrohliche Stille um ihm herum zu übertönen. Es sang die Oberflächlichkeit weg, mit denen sie tag täglich begutachtet wurde. Es sang die gierigen Blicke von seinem Leib. Es sang die Einsamkeit von sich. Es sang und sang … Aber durch den nächtlichen Gesang fühlten sich die Menschen von ihrem Schlaf abgehalten. Sie wurden böse und kauften ihm einen Knebel

… einen goldenen

Zunächst wurde es dem Mädchen nur nachts aufgesetzt aber dann, als es begann auch tagsüber seine traurigen Lieder zu singen, verpassten sie ihm rund um die Uhr diesen Knebel. Die Menschen wollten entweder fröhliche Lieder hören oder aber ein schweigsames, nett anzuschauendes Etwas. Mehr wollten sie doch nicht!

Und dann eines Morgens …

… Stille …

Das Mädchen lag nur da

… regungslos …

… kein Gesang …

… kein Mucks …

… kein gar nichts …

es lag nur da im goldenen Käfig, mit dem goldenen Knebel, auf der goldenen Schaukel.

In seinem weißen Kleidchen sah es so friedlich aus.
Die Menschen dachten es würde schlafen.
Und so ergötzten sie sich wieder an ihrer Schönheit.
Bis es ihnen zu langweilig wurde.
Sie wollten ihre großen Augen sehen, ihren unschuldigen Blick,
aber nichts regt sich mehr …

Die Stille blieb

Die Menschen konnten es nicht verstehen. Es hat doch alles bekommen, was es brauchte.
Wie konnte es einfach sterben?
Was würden sie denn jetzt machen, wo sollten sie Ersatz holen?
Warum war das Mädchen nur so egoistisch?
Viel Geld hatten sie investiert. Geld und Zeit.
Sie hatten sie geliebt und waren doch immer da gewesen.

Wie konnte sie nur?




P.S: ©Insomnia
unimportant
find die geschichte vol cool. hat irgendwie was.
Wolfsblut
Ich finde in der Geschichte fehlt ein tapferer Prinz.
SmilingAngel
sweete geschichte
gefällt mia großes Grinsen
Insomnia
Original von Wolfsblut
Ich finde in der Geschichte fehlt ein tapferer Prinz.


Auch wenn der Prinz noch so tapfer ist. Er ist nicht immer an Ort und Stelle sein und kann das Mädchen auch nicht vor allem beschützen.
Suffering
mich berührt die Geschichte irgendwie...is traurig :/
auf diese leute, könnte man richtige wut kriegen
Wilder Engel
da wird man richtig nachdenklich, ....
könnte man auch auf unsere gesellschaft übertragen

suppa dickes fettes lob von mia Respekt
weita so, insomnia smile
Kiara
Ja, auf diese Leute kann man echt wütend werden. Zu denken, dass ein mensch glücklich werden kann, weil er alle matriellen Dinge hat, von denen andere nur träumen können... das ist doch absolut unmöglich.
Naja, aber das Gedicht oder die Geschichte ist auf jeden Fall wunderschön geschrieben und die Gedanken kommen rüber. Gut gemacht!
SoulsistA
gefällt mir die geschichte u wie schon mal erwähnt wurde - kann man gut auf unsere gesellschaft übertragen.
SEO-Links: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28