Alpträume

Insomnia
Ich weiß, dass mir hier keiner helfen kann. Dennoch möchte ich mir etwas von der "Seele" schreiben:

Es geht wie in der Überschrift zu lesen ist um Träume, genau genommen um meine Träume.

Seit längerer Zeit traue ich mich nicht mehr zu schlafen. Jede Nacht werde ich von Alpträumen eingeholt. Die Träume handeln meistens davon irgendwelche Leute umzubringen, sei es durch zerstückeln, erschießen, vergiften oder sonst wie.

Ich war deswegen schon in einem Schlaflabor. Aber die Ärzte sagten mir, dass ich gar keine Traumphasen hätte. Tja, und dann bekam ich irgendwelche Beruhigungspillen, die ich aber sehr schnell wieder absetzte.

Langsam habe ich mich damit abgefunden, mitten in der Nacht schweißgebadet aufzuwachen und dann nicht mehr einschlafen zu können/wollen. Der Mensch gewöhnt sich eben an alles!
Rabenmaedchen
Hm.. Schon mal an einen Psychologen gedacht? Ich würd es dort versuchen. (achso ja: Jeder Mensch hat Traumphasen... sog. REM Phasen... Ohne die würde man mit der Zeit sterben)
Lost_Angel11
Hast du irgendein Erlebnis gehabt das das ausgelöst hat?
Das is ja wirklich schlimm... ja wie RM bereits gesagt hat, Psychologe wär vielleicht noch eine gute Lösung...
micha
Hast du in deiner Vergangenheit viele Horrorfilme geschaut? Oder schaust du dir gern welche an?
Irgendwo müssen die Bilder herkommen, das Gehirn ist eigentlich nicht unbedingt masochistisch. Wenn es an irgendeinem traumatischen Erlebnis in deiner Vergangenheit liegt (also dass du beispielsweise etwas zu sehr durch solche Gewaltdarstellungen geschockt wurdest), dann hilft nur eine professionelle Therapie, um das aufzuarbeiten.
Na ja, und vielleicht musst du auch dein Leben/deine Gedankenwelt etwas umstellen (falls nötig). Also zum Beispiel statt schwarz bunt tragen, statt Death Metal auf irgendetwas "Liebevolleres" umsteigen und statt Horrorfilme Naturdokus gucken. Und ganz wichtig: Sich nicht weiter mit den Träumen beschäftigen, sondern anfangen, positiv und optimistisch zu denken.
Ach so... Ich kenne zwei Menschen, denen ging es ähnlich wie dir. Sie haben sich mit okkulten Dingen beschäftigt. Wenn du das auch tust, dann lass bitte unbedingt die Finger davon! Das zerstört einen schleichend.
zartbitter
ich hatte auch mal alpträume, zwar nicht so krass wie deine...aber auch krass auf ihre weise...und sie spiegeln immer wieder was deine seele durchleidet...selbst wenn du die ursache kennst...ich kann dir sagen, dass in die griff zu bekommen ist mehr als einfach...dazu musst du schon sehr viel kraft sein und ich glaub nicht dass da eine therapie unbedingt hilft...so Psychologen hin und her...weiß nicht die machen auch nur ihren job...hast du keine freunde denen du davon erzählen kannst, für den anfang, vielleicht hilft das ja schon die ursachen zu finden und dich einigermaßen damit abzufinden, dann kommt das vielleicht von alleine...so eine therapie wäre irgendwie das letzte was ich machen würde, weil am ende bringt es nichts wenn dir dazu die verbindung fehlt. Vielleicht sind michas vorschläge hilfreich, aber irgendwo...sich so zu verändern bringt auch nicht viel am ende, wenn du die ursache nicht kennst...vielleicht will dir deine seele damit etwas sagen, was du noch nicht deuten kannst. wünsch dir viel kraft, du schaffst das schon. ich hab es auch Augenzwinkern
Wolfsblut
Tja, Schlaflosigkeit geht wirklich an die Substanz. Ich hab seit 14 Jahren Alpträume. Und ich hab sie eigentlich noch immer. Zumindest was die Qualität der Gewalt angeht. Was mir jedoch sehr geholfen hat, war dass ich durch bewusste Manipulation die Träume zum Teil beherschen konnte. Das gibt ein Stückweit kontrolle über die Träume, und was man kontrollieren kann, muss man weit weniger fürchten.
Auch wenn ich Michas, Intellekt durchaus schätze, muss ich sagen, dass ich seine Ansicht in der Sache für vollkommen falsch halte. Führe ein Leben wie es immer dir behagt, wichtig ist, dass du alles an dir und an deiner Geschichte lernst zu akzeptieren. Ich würde eventuell, auch eine Tiefenpsychologische erschließung deiner Psyche empfehlen.
Aber da ich ja nicht genug Informationen über dich habe, sind meine Ratschläge allgemein gehalten. Ob du die Alpträume jemals abstellen kannst ist unklar, jedoch bin ich der Überzeugung dass sich trotz der Träume ein relativ gutes Leben mit viel Schlaf bewerkstelligen lässt.
Lost_Angel11
Original von Wolfsblut
Was mir jedoch sehr geholfen hat, war dass ich durch bewusste Manipulation die Träume zum Teil beherschen konnte.


Wie kann man seine Träume kontrollieren? :?:

glg Angel Engel
Insomnia
@Rabenmaedchen
Nach neusten Erkenntnissen müssen sich die Traumphasen nicht unbedingt in der REM-Phase abspielen. Man hat zwar rausgefunden, dass Ratten ohne REM-Schlaf nach einer Weile sterben, aber diese Beobachtung konnte man noch nicht auf den Menschen übertragen.

@Lost_Angel11
Die ganzen Seelenklempner wollen Dir das Geld doch nur aus der Tasche ziehen!

@micha
Ich stehe eher auf Psycho-Thriller und nicht auf Gemetzel-Filme. Seit meiner Kindheit schaue ich sie, aber sie haben mich nicht sonderlich berührt. Warum sollten meine Alpträume also ausgerechnet jetzt durch diese Filme hervorgerufen werden und nicht schon früher?

Nebenbei Ich höre zwar kein Death-Metal, trage aber gerne schwarz. Was das allerdings mit meinen Träumen zu tun hat, verstehe ich nicht so ganz.

Und sollte man sich nicht mit seinen Träumen beschäftigen, damit man sie besser verarbeiten kann?

@zartbitter
Was soll ich meinen Freunden sagen? "Hey, ich träume jede Nacht, dass ich Leute (u.a auch euch) abmetzel!"? Die würden sich doch nicht mehr in meine Nähe trauen!

@Wolfsblut
14 Jahre? Und ich dachte schon, ich wäre arm dran!
Wie kann denn man seine Träume beeinflussen? Durch luzides träumen? Das hab ich schon öfters versucht, aber leider ohne Erfolg.
Rabenmaedchen
@ Insomnia: Was das mit den Filmen betrifft und warum das erst jetzt so raus kommen könnte: Die PSyche des Menschen ist tief und unergründlich. Nicht alles hat was sich da drin abspielt einen rationalen Grund.

Und deshalb empfehle ich noch immer den Psychologen.
Wolfsblut
Original von Insomnia
14 Jahre? Und ich dachte schon, ich wäre arm dran!
Wie kann denn man seine Träume beeinflussen? Durch luzides träumen? Das hab ich schon öfters versucht, aber leider ohne Erfolg.


Arm dran ist subjektiv. Ich schätze ich bin von meiner psychologischen Konditionierung besser geeignet unangenehmes zu verkraften.
Nein luzides Träumen finde ich dazu ungeeignet. Ich träume zwar ab und zu luzid, jedoch ist das mehr ein Zeitvertreib. Ich würde dir gerne Tipps geben wie man klar träumt, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht genau wie ich es anstelle.
Ironischerweise glaube ich dir durch meine Erfahrung nicht helfen zu können, da sich unsere Traumsituation spiegelverkehrt verhält. In meinen Alpträumen die im Alter von circa sieben Jahren anfingen, war ich immer Opfer einer größeren, abscheulichen Gefahr. Ich habe irgendwann versucht von der Opferrolle loszukommen. Dieser Wunsch sich an denen die im Traum mir schlimmes antaten zu rächen, war irgendwann tief genug in mich eingedrungen so dass ich vom Opfer zuweilen zum Täter mutiere. Ich bin in meinem Träumen zwar immer noch Gewalt und Tod ausgesetzt, aber nicht mehr wehrlos.
Zwar wache ich nachts immer noch häufig auf, und vor allem morgens klebt noch die Atmosphäre des Grauens oder der Verzweiflung an meinem Nervenkostüm, aber alles ist auf ein zumutbares Maß abgeschwächt.
In deinen Träumen bist du der Täter, und anscheinend hast du damit Probleme. Ich bin mir deshalb nicht sicher ob dir meine Methode irgendeinen Nutzen bringen kann. Jedoch ist klar, dass die Träume nicht ohne Ursache sind. Spontan würde ich sagen, dass an dir große Schuldgefühle nagen. Das du an deiner Gutartigkeit zweifelst und glaubst Menschen schlechtes zu tun. Aber wie gesagt: Spontan.
Deine Situation hat einen stark belastenden Charakter und du solltest ihn nicht unbehandelt lassen. Das könnte zu weitaus schlimmeren führen. Ich halte immer noch eine psychologische Beratung für hilfreich. Vielleicht hilft es dir, wenn deine Lebenssituation von anderen objektiv betrachtet wird.
Auch wenn du allem Anschein nach nichts von Psychiatern oder Psychologen hältst. Ich finde deine Aversion irrational und unbegründet, nicht alle, nicht einmal die Mehrheit der Psychiater will ihren Patienten das Geld aus der Tasche ziehen. Oder wie es einmal ein mir bekannter Psychiater formulierte: „Ich bin froh mich wieder meiner Leidenschaft der Psychotherapie zu widmen.“
Ich glaube allgemein gehst du zu defätistisch an die Sache heran.

Übrigens, auch wenn es nicht zum Thema gehört: Mir gefällt die Originalität und thematische Zugehörigkeit deines Nicks.
sternenbraut
Insomnia, Träume sind immer unterbewussst. Du schleppst irgendiwie ein schwerwiegendes Problem mit dir herum. Du hast Recht, es kann dir keiner hier helfen, aber vielleicht hat es dir schon gehollfen, es DIR mal von der Seele zu schreiben.
Insomnia
Es ist nicht nur derAnschein, dass ich nichts von Seelenklempnern halte, sondern ich tu es!
Ein guter Freund von mir war längere Zeit in Behandlung und hat sich letzendlich doch umgebracht. Sicher, es sind auch nur Menschen, aber wenn sie nicht dazu fähig sind, sollten sie sich einen anderen Job suchen.

Ja, es tut gut, sich etwas von der Seele zu schreiben. Ob es mir hilft wird sich noch rausstellen. Jedenfalls habe ich letzte Nacht kein Auge zugedrückt, nachdem ich wieder vor Schreck mitten in der Nacht aufgewacht bin.

In meinen Träumen geht es nicht immer nur darum, dass ich freiwillig Täter bin, sondern dass ich aktiv sein muss, um nicht selber zerstückelt zu werden. Ganz oft sterbe ich selber.

Wolfsblut, Du sagst, dass mir geholfen werden kann, wenn es jemanden gibt der das ganze objektiv betrachtet. Aber auch ein Psychologe/Psychiater sollte eine Bindung zum Patienten aufbauen. Kann er die Dinge dann noch objektiv sehen?
Meine Aversion gegen diese Berufler ist berechtigt (siehe oben). Und nein, man sagt mir dass ich manchmal zu optimistisch wäre..
Rabenmaedchen
'Ähm... Von einem Psychologen auf alle zu schließen ist einfach nur hm... kindisch.
Weißt du eigentlich dass es das schlimmste für einen Psychologen ist, wenn ein Patient sich umbringt? Welche Versagensängste er dann ausstehen muss?
Das muss nun wirklich nicht umbedingt an der Behandlung gelegen haben.

Du willst dass psychologen objektiv bleiben? Nennst du es objektiv, dass du sagst: Einer war mies, die sind alle so?

Ich empfehle weiterhin ein Beratungsgespräch... Versuch es wenigstens.
Wolfsblut
Original von Insomnia
Es ist nicht nur derAnschein, dass ich nichts von Seelenklempnern halte, sondern ich tu es!
Ein guter Freund von mir war längere Zeit in Behandlung und hat sich letzendlich doch umgebracht. Sicher, es sind auch nur Menschen, aber wenn sie nicht dazu fähig sind, sollten sie sich einen anderen Job suchen.


Psychiater können keine Wunder vollbringen. Sie können keine Garantie geben dafür dass es zu keinem Suizid kommt. Eine solche Garantie kann niemand geben, weil es sie schlicht nicht gibt. Fast jeder Psychiater erlebte schon Suizide seiner Patienten. Und fast jeden nimmt so etwas schwer mit und lässt sie an ihrer Kompetenz zweifeln.
Aber es ist leicht für Geschehenes jemanden die Schuld zu geben. Schwer wird es für ungeschehenem jemanden zu danken. Viele Suizide haben wohl Psychiater schon verhindert, und Menschen ein anständiges Leben ermöglichst?
Du begibst dich in deine irrationale Aversion, das ist dein gutes Recht. Wenn du dir durch so etwas Hilfsmöglichkeiten verbauen willst ist auch das dein gutes Recht. Niemand kann dein Leben für dich ändern.
Eine Frage habe ich aber noch: Wo warst du als dein guter Freund sich umbrachte? (Das ist eine rethorische Frage)
Ist es nicht auch die Aufgabe guter Freunde sich in schweren Zeiten beizustehen? Und wenn sie nicht dazu fähig sind, sollen sie sich dann andere pflegeleichtere Freunde suchen?
micha
@Insomnia
Ich bin ein Anhänger der Theorie, dass die Seele eines Menschen mit der Zeit darauf reagiert, womit man sie täglich "füttert". Es kommt nicht immer so direkt zum Vorschein, aber Details der Persönlichkeit und der Reaktionen in gewissen Situationen werden schon beeinflusst. Und das Unterbewusstsein, dem viele Träume entspringen, wird auch durch die täglichen Erlebnisse mit beeinflusst.
Meine Tipps und Ideen entspringen diesem Gedanken. Ich weiß nicht, was du so erlebt hast und wie du deinen Alltag gestaltest, aber diese Träume und Bilder müssen irgendwo herkommen. Und da dachte ich zuerst an Filme. Aber Psycho-Thriller sind vielleicht noch nicht unbedingt so grausam, dass solche Träume dabei rauskommen könnten.
Na ja... Kleider machen Leute, nicht? Goths kleiden sich generell schwarz und schminken sich auch so. Das hängt mit ihrer Lebenseinstellung und ihren Vorlieben zusammen. Aber es ist auch umgekehrt, die Kleidung, die man trägt, beeinflusst auch ein wenig das Selbstbild. Deswegen dachte ich an bunte Sachen, weil rein schwarz düster und abweisend wirkt.
Na ja, und da sind halt noch meine Erfahrungen mit Leuten, die sich mit Wahrsagerei bis hin zu offenem Okkultismus beschäftigt hatten und irgendwann arge psychische Probleme bekommen haben. Machst du was in der Richtung?

Ansonsten schließe ich mich den anderen an: Ein Psychologe hat fünf Jahre studiert. Der kann was. Ein Versuch der Aufarbeitung kann nicht schaden, und vielleicht tritt zutage, was dich belastet.
Insomnia
Rabenmädchen, ich sagte nicht, dass Psychologen objektiv sein sollen, das sagte jemand anders. Ob meine Einstellung kindisch ist oder nicht, lasse ich mal so dahin gestellt. Unter kindisch stelle ich mir ehrlich gesagt etwas anderes vor. Sagen wir es war eine Erfahrung und Erfahrungen prägen einen Menschen.

Wo ich zur Selbstmordtat war? Genau das ist der springende Punkt. Eigentlich glaube ich den Grund meiner Alpträume zu kennen. Und dazu brauch ich wirklich keinen Psychologen. Es sind Gewissensbisse. Ich war nicht da, als er sich umbrachte. Ja, ich war eine miese Freundin. Und jetzt ist alles zu spät. So sieht´s aus.

@micha
Goths tragen schwarze Kleidung, schminken sich weiß, sind immer depressiv und beten den Teufel an. Sicher!
Für mich hat schwarze Kleidung nichts mit düster zu tun, sondern mit Eleganz. Und ab und an trage ich auch rot. Rot für Blut. Können meine Träume daher rühren? Wohl kaum.

Ein Psychologe hat fünf Jahre lang studiert, sagst Du. Aber reichen fünf Jahre aus, um die Seele eines Menschen zu erforschen?
micha
Aha... also ist es ein Trauma. Es ist raus, du hast es gesagt. Erzähl mehr davon und verarbeite es damit.

Zu deinem Kommentar über Goths... Nein, ich denke nicht schwarz-weiß Zwinkern
Unter meinen Freunden befindet sich beispielsweise Friedemann. Ein Goth, wie er im Buche steht. Er schminkt sich nicht weiß, er sagt, das sei nicht sein Stil. Übrigens ist er Christ, genauso wie ich. Also bitte, sei nicht unfair und stelle mich in eine Ecke, in die ich nicht gehöre smile

Ein Psychologe kann wohl nie die Seele eines Menschen erforschen. Irgendwas wird ihm immer verborgen bleiben. Aber er lernt sehr viel. Was denkst du, was man in fünf Jahren alles lernt. Das ist Wahnsinn... Die sind schon kompetent genug, um dir helfen zu können.
Wolfsblut
Insomnia, warum dein Freund sich umbrachte, weiß, wenn überhaupt, nur er. Erstaunlicherweise sind viele Selbstmorde gar nicht geplant, sondern eine Affekttat. Aber wie es bei deinem Freun war, kann ich natürlich überhaupt nicht sagen.
Wobei ich mir aber recht sicher bin ist dass er sich nicht wegen dir und wegen der Therapie umbrachte sondern trotz all dem.
Und im Endeffekt, wenn ein Mensch genug Lebensekel besitzt, und sich wirklich umbringen will, kann keine Macht der Erde ihn daran hindern.
Ich hab den Eindruck deine Aversion gegen Psychiater rührern eher von deinen Schuldgefühlen her. Die Nebenei wohl noch vollkommen unnütz und ungerechtfertig sind.
Insomnia
micha, dass Du Christ bist, ist hier unüberlesbar. Es gibt aber auch genug Christen, die Vorurteile haben. Ich wollte Dich nicht in irgendeine Schublade stecken, nur kann ich es langsam nicht mehr hören, dass schwarz depressiv macht.

Zum Selbstmord von meinem Freund gibt es nicht viel zu erzählen. Er war schon immer ein labiler Typ. Eigentlich war alles voraussehbar.
Wenn Du wüßtest, Wolfsblut. Ich war diejenige, die ihm den letzten Tritt gab. Jede Nacht, wenn ich davon träume, ihm seine Eingeweide rauszureißen oder ihm in anderer Weise weh tue, erschrecke ich vor mir selber, wie grausam ich doch sein kann. Dann weine ich die ganze Nacht durch und versuche mich dafür zu bestrafen.

Im Grunde genommen weiß ich genau woher meine Alpträume rühren. Durch meinen Hass den Psychologen gegenüber versuche ich eigentlich nur mein Gewissen wenigstens ein bißchen zu beruhigen. Die Schuld mit jemanden anders zu teilen ist einfacher, als alleine dafür gerade zu stehen.
Wolfsblut
Ich kann natürlich nicht sagen, was das für ein Tritt war, dem du ihn verpasst hast. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das aus Grausamkeit deinerseits geschah. Ich denke eher es war eine rein menschliche, nachvollziehbare Reaktion von dir.
Im Grunde ist das auch egal, denn wegen diesem Tritt wird er sich nicht umgebracht haben. Ob der Impuls nun von dir kam oder sonst wo, er starb weil er sterben wollte, genauso gut hätte er noch leben können, wenn er leben wollte. Du spielst bei seinem Selbstmord nur eine kleine Randfigur. Wenn du auf jemanden wütend sein willst dann doch auf ihn. Indem er sich dem Leben entzog ließ er dich zurück mit einer Last die du eigentlich nicht tragen solltest. Du brauchst keine Absolution von ihm, sondern du musst dir nur selbst für etwas vergeben wofür du nicht verantwortlich bist.
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