ecuador

mirei
und wieder
wieder bin ich hier
bin ich zurück
und wünschte mir
zuhause zu sein
ich habe ein zuhause
und dort drüben
überm ozean
liegt es
liegt das land
das mir ein zuhause
geworden ist
in dem ich lebte
obgleich ich nicht dort geboren bin
in dem ich träumte
obgleich ich wach war
in dem ich eine familie fand
obgleich ich dachte keine zu brauchen
überm ozean liegt es
das land
das mich aufgenommen hat
mir geborgenheit
und leben
schenkte...
(by myself in this moment)

hallo *etwas verschämt winkt* madru hat mich gerade aus meinen träumereien gerissen und mir in erinnerung gerufen dass ich fortgewesen bin *lacht* danke smile
ich möchte euch, nun wo ich zurück bin, ein wenig mehr von dem zeigen, was ich erfahren habe; es ist mir wichtig, weil sich viel verändert hat, weil ich viel gelernt hab... weil ich diese erfahrung von der ich sagen kann dass sie bestimmt die wichtigste bisher war mit euch teilen möchte; meine freude und meine trauer in mir, und meine sehnsucht - meine sehnsucht zu reisen, meine sehnsucht zu leben... und ich bin braunen augen begegnet, ich werds nicht vergessen...

Ecuador, Land der Mitte. Ecuador, Einheit der Vielfalt.
Eine Mitte finden, zwischen 3 Klimazonen, zwischen spanischer und indigener Tradition, zwischen Tradition und Moderne.
Eine Mitte finden, zwischen Armut und Reichtum, in einem Land, dem soviel geschieht. Eine Mitte finden, zwischen Reiselust und Sehnsucht.
Eine Mitte finden, und zu leben beginnen.

3-geteilt liegt Ecuador über der Äquatorlinie, links oben in Südamerika, zwischen Peru und Kolumbien. 3-geteilt in Küste (Costa), Hochland (Sierra) und Hinterland (Oriente).

Weite einsame Strände, warmer Pazifik, Sommerstimmung und weiche, mit Gras überzogene Hügel kennzeichnen die fruchtbare Küstenlandschaft, die für ihre Artenvielfalt berühmt ist. Vorwiegend spricht man hier Spanisch (Castellano), welches die offizielle Landessprache ist. Auch sie hat sich den Klimazonen angepasst, so undeutlich und hektisch sie an der Küste klingt, so ruhig und getragen zeigt sie sich im Hochland, fast als wolle sie das Land beschreiben.
Gerade in den Anden und im Oriente, findet man jedoch häufig Menschen, die es schlecht oder gar nicht sprechen. Dort herrscht Ketschwa (spr.: „Kitschua“) vor, eine von den Inka eingeführte, rein gesprochene Sprache, von der es ebensoviele Dialekte gibt wie im Urwald Bäume. Zurück nach Quito, dem „Licht Südamerikas“ der Hauptstadt Ecuadors, der „Andenstadt“, gekennzeichnet durch Smog und Hektik.
Die Berge erheben sich unendlich hoch in den Himmel, an ihnen hält sich der Nebel fest und verwandelt die Bäume in verkrüppelte Schatten, wie es in Märchen oft beschrieben wird. Abseits von Quito wird das Hochland ruhig. Stolze Menschen leben hier, schöne, gastfreundliche Menschen.
Man atmet tief ein; die Nähe zum Himmel, die Wolken, die nur eine Handbreit entfernt scheinen und der kühle Wind, der dort beständig weht – ich staune.
Fast immer befindet man sich über 2000 m Höhe, Kurzatmigkeit und Sonnenbrand sind die typischen Begleiterscheinung, wenn man hier reist. Markt in Saquisilí. Puedo tomar una foto? Die Alte mit den hornigen Fingerkuppen nickt, stolz zupft sie die weißen Ärmel der Tracht, das über der Brust geknotete Tuch zurecht, lacht, die Handspindel in der einen, den gesponnenen Faden in der anderen Hand. Häufig hört man hier Ketschwa, sieht Menschen in Trachten und dem kennzeichnenden Filzhut.

Ich bin verwundert, jedesmal wieder wenn wir vom Hochland in den Oriente reisen, dass es Pflanzen gibt, die so grün sind. Trotzdem versteckt sich unter dieser hellgrünen Tünche immernoch das allgegenwärtige erdbraun, gelb und blau, gesprenkelt mit rot und lila und vielen Farben die es eigentlich nicht gibt.
Zwischen Dickicht und Dickicht tauchen die Bretter von Häusern auf, teils bewohnt (erkennbar an der beständig und überall „trocknenden“ Wäsche), teils verfallen – die verlassenen Überreste von Leben, Träumen und Hoffnungen, ein Nachhall, der so manche Fragen aufgibt; Vergangenheit und Geheimnisse einer Landschaft die karg, aber nicht feindlich (Sierra), reich, aber auch gefährlich (Oriente) ist. Vota todo 6. Lista 8. Wahlwerbung in Ecuador - auf Häusern, Steinen und Laternenmasten.

Wenn Kinder keine Kinder mehr sind, wenn mich eine Inigina meines Alters anspricht, wieviele Kinder ich habe und stolz erwähnt, ihre Älteste sei fast vier, wenn der Alte am Straßenrand vor meine Füsse spuckt und mir wütend „Gringa“ hinterherruft, wenn ich mich frage, ob der Junge, der am Gehsteig liegt, noch lebt, wenn es keine Milch gibt, die nicht von Nestle ist und kein Wasser ohne Coca-Cola, wenn ich abgerohdete Regenwaldfelder sehe, dann läuft mir eine Gänsehaut den Rücken hintunter, dann versuche ich nicht wegzusehen, dann versuche ich mir die Bilder einzuprägen um nie zu vergessen, um immer wach zu bleiben und um zu wissen, welches Geschenk Leben ist.
Wie findet man eine Mitte, zwischen den unglaublichen Ungerechtigkeiten, die den Menschen dieses Landes, dem Land selbst geschehen und seiner berückenden Schönheit, dem Reichtum, den diese Menschen im Herzen tragen?
Ecuador, Land der Mitte, antworte mir!

Natürlich gäbe es noch soviel mehr zu sagen und ganz gewiss bin ich ecuador damit noch lang nicht gerecht geworden... mein Herz sagt noch soviel mehr dazu... und viele dumme anektoden von taranteln (ich habe meine spinnenangst überwunden), gefängnisbesuchen, machenten, menschen und gefühlen... aber naja - es ist lang genug - wer mag kann mich ja noch fragen smile fotos werden freilich nachgereicht (sind noch nit entwickelt) im anhang aber ein bild, dass ich von einer postkarte hab...
erlebt soetwas, geht raus, es lohnt sich, es lohnt sich wirklich!
und weil ich mit lyrik begonnen hab, will ich auch mit ihr enden, diesmal zwar nicht von mir aber von Danielle Steel:
Wir tanzten
wir lachten
wir flogen
wir wuchsen
wir wagten
und zagten
mehr als irgendjemand sonst
wissen oder verstehen kann.

und für alle die reisen... das hier hat mich auf diesem Weg der auch mag ganz schön hart war begleitet hat, mich ermunterte weiterzugehen und mir aufhalf wenn ich mutlos oder wütend war:
In manchen Nächten hat er kein Lager zum Schlafen, in anderen bekommt er kein Auge zu. »Das gehört dazu«, denkt der Krieger »Ich habe mich entschieden, diesen Weg hier zu gehen.«
In dieser Phase steht alles in seiner Macht: Er selber hat den Weg gewählt, auf dem er jetzt geht, und keinen Grund, sich zu beklagen.

aus: Paulo Coelho - Krieger des Lichts
madru
Ein wunderschöner Reisebericht! Wenn Du ein Buch über Deine Erlebnisse und das Land schreibst, dann möchte ich es unbedingt lesen - wenn Du so viele Gefühle in jeden Satz legst wird es wunderbar!

Oder willst Du etwa keinen langen Reisebericht schreiben? Das wäre sehr schade - eine Schriftstellerin muss doch Reiseberichte schreiben! Hat schon Goethe gemacht!

Ich kann Dich verstehen mit Deinen Gefühlen. Ich war noch nie in Ecuador, aber ich habe mich auch in ein Land und die Menschen dort verliebt als ich das erste mal dort war. Ich habe viel von der Welt gesehen und nie Heimweh gehabt - aber wenn mir heute jemand mit Backpipes begegnet steigen mir die Tränen in die Augen und ich will Heim in die Highlands!

Ich beneide Dich um Deine Erlebnisse und hoffe, dass Du mich und uns alle noch ein wenig teilhaben lässt an Deinem Zuhause!
micha
*sich madru anschließt*
Allerdings waren es bei mir nicht die Highlands, sondern der ernst-nachdenkliche Blick und die Überlebenskunst der Menschen der Südukraine.
Ich freue mich schon darauf, eines Tages etwas mehr zu hören... auf eine andere Art, obwohl deine Worte schon unglaublich ausdrucksstark sind smile
Rabenmaedchen
Michi smile Wir haben ja schon telefoniert aber ich möchte erstmal nochmal sagen, dass ich mich freue, dass du wohlbehalten wieder da bist Freude

Ich bin manchmal wirklich froh, dass ich dich gut genug kenne, um auch zwischen deinen Zeilen lesen zu können.
Du hast dich wirklich verliebt. In dieses Land in die Kultur und sogar in diesen Zwispalt den du so wunderbar mit deinen Worten beschrieben hast. (ich wünschte manchmal mit Worten auch so umgehen zu können. Aber ich künstle damit anders. Und deshalb wünsche ich es auch wieder nicht).
Ich hoffe natürlich mehr davon zu hören und auch die Fotos zu sehen Freude

Ich möchte noch etwas sagen:

Egal wo du bist, egal in welche Zeit es dich verschlägt. Eine Freundin hast du, in deren Herzen du immer ein Plätzchen zum Heimkehren hast.
mirei
*umarmt euch alle* danke ihr drei! bussi
@madru: ich schreibe fleißig smile
@micha: uns bleibt prag? *grinst*
@RM: ich finds schön, dass du mich so gut kennst *lächel* wann bist du wieder in Wien? *vermiss*

mittlerweile gibt es photos... langsam werden sie in der nächsten zeit durch meinen scanner den weg in die galerie finden smile zwei sind schonmal dort *grins*
Rabenmaedchen
Maybe zu Pfingsten smile
SEO-Links: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28