Trauer - ein Nachruf...

madru
Es ist der 2. April Anno Domini 2005, 21:37 Uhr. Karol Wojtyla ist tot...
Ein großartiger Mann ist heimgekehrt zu seinem Herrn.
Viele von Euch kennen ihn nur als Johannes-Paul II. - seit 26 Jahren, länger als die meisten hier alt sind, das Oberhaupt der katholischen Kirche. Konservativ bis zum gehtnicht mehr, aber ein faszinierender, mitreißender Mensch! Er hat sich immer eingemischt um den Frieden voran zu bringen. Er hat in Polen die Solidarnosc finanziert und Breschnew durch einen Brief am Einmarsch in Polen gehindert - dies war der Anfang des Zusammenbruchs des Kommunismus und somit auch Wegbereitung für die Wiedervereinigung in Deutschland. Trotz - oder wegen - seiner Erzkonservativen Einstellungen zur Rolle der Frau, zur Abtreibung, zur Empfängnisverhütung, zur gleichgeschlechtlichen Ehe usw. war er bei der Jugend der Welt beliebt wie ein Popstar. Menschen, die ihn persönlich erleben durften, waren fasziniert von seiner Ausstrahlung - ich bin traurig, dass ich ihn nun leider nicht mehr selbst in Köln erleben darf!

Ich bin nicht katholisch sonder evangelischer Christ. Ich bin mit vielen Einstellungen der katholischen Kirche nicht einverstanden, aber trotzdem bin ich traurig über den Tod eines grossen Weltbürgers der sich immer für den Frieden in der Welt eingesetzt hat und alles getan hat was ihm möglich war um die verschiedenen Religionen untereinander zu Versöhnen!

Ich möchte Euch bitten, hier nicht über den Sinn und Unsinn der Kirche, über die Verbrechen der Kirche, über Kreuzzüge und ähnliches zu diskutieren. Bitte gedenkt hier nur einem faszinierenden Mann - und wenn ihr das nicht wollt oder könnt, dann schreibt bitte hier nichts!

Danke!
micha
Er starb am 02. April um 21:37 Uhr.
Bei allen (berechtigten) Kritikpunkten an der Kirche...

"In den letzten Jahren seines Lebens hat Johannes Paul gelitten. Die Parkinson-Krankheit, sein Hüftleiden, seine Arthrose machten es ihm immer schwerer sein Amt so zu führen, wie er es wollte. Zunächst musste er zum Stock greifen, dann konnte er sich nur noch im Rollstuhl fortbewegen und seit dem Jahr 2001 fiel ihm auch das Sprechen immer schwerer.

Was angesichts der Leiden der letzten Jahre nur noch schwer vorstellbar ist: Als Johannes Paul II. am 16. Oktober 1978 gewählt wurde, war er der körperlich fitteste Papst seit Jahrzehnten. Nur zwei Tage hatte das Konklave nach dem Tod von Johannes Paul I. gedauert, dann wurde der damals 58 Jahre alte Kardinal aus Krakau zum neuen Pontifex ausgerufen.

Die vielen zehntausend Gläubigen auf dem Petersplatz waren damals überrascht und verwundert. Denn mit Karol Woityla stieg zum ersten Mal ein Slawe, zum ersten Mal seit fast 500 Jahren ein Nicht-Italiener auf den Heiligen Stuhl. Die Überraschung verflog schnell, schon mit seinen ersten Worten als Papst eroberte er die Herzen der Gläubigen auf dem Petersplatz: Als er nämlich mit seinem hervorragenden Italienisch kokettierte und die Menschen bat, ihn zu korrigieren, falls er einmal einen Fehler begehen sollte.

Schon drei Monate nach seiner Wahl trat Johannes Paul die erste seiner über hundert Auslandsreisen an, sie führte ihn nach Lateinamerika. Die Menschen erlebten einen jungen, dynamischen, einen volksnahen Papst, der die Türen der katholischen Kirche weit aufzustoßen schien. Als Johannes Paul kurz darauf seine erste Enzyklika verkündete, waren viele enttäuscht, die sich von dem jungen, dynamischen Papst auch eine inhaltliche Erneuerung der Kirche erhofft hatten. In Redemptor hominis, seinem theologischen Grundlagenwerk, machte der Papst in den Streitfragen Empfängnisverhütung, Zölibat und Frauen in Priesterämtern keine Zugeständnisse an die Reformer. Dabei blieb es bis zu seinem Tod: Innerkirchlich war Johannes Paul II. ein Konservativer.

Politisch dagegen hat er die Welt verändert. Er war der Papst, der dem Kommunismus die Stirn bot. Durch seine Unterstützung der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc hat Johannes Paul einen entscheidenden Anstoß gegeben für die Umwälzung im Osten. Michail Gorbatschow sagt: Ohne Karol Woityla wäre die Mauer nicht oder zumindest deutlich später gefallen. Viel Anerkennung erhält der Papst auch Anfang 2003, als er die andere Weltmacht USA herausfordert, mit seinem klaren Nein zu einem Krieg im Irak. Angesichts des drohenden Blutvergießens bat Johannes Paul II. auf dem Petersplatz fast schreiend um das Geschenk des Friedens.

Seine Krankheiten hatte Johannes Paul II. in diesen Monaten verdrängt, die Welt bewunderte ihn für sein Engagement trotz aller Leiden. Aber bereits ein halbes Jahr später, beim 25. Jahrestag seiner Wahl zum Papst, erlebten die Gläubigen einen Pontifex, dem die Kräfte fehlten, um seine Messen selbst zu lesen.

Der Leidensweg von Johannes Paul II. begann 1981. Es seien Schüsse auf dem Petersplatz gefallen, berichtete der Reporter von Radio Vatikan. Er habe nur gesehen, wie der Heilige Vater wankte und dann in die Arme seines Sekretärs fiel. In einer Notoperation konnte der Papst gerettet werden, an den Spätfolgen aber litt er noch Jahre.

1992 wurde ihm ein Darmtumor entfernt, 1993 brach er sich bei einer Audienz die Schulter, 1994 musste er sich nach einem Sturz im Bad eine Hüftprothese einsetzen lassen. Außerdem machten sich immer stärker die Symptome der Parkinson-Krankheit bemerkbar.

Trotz seiner gesundheitlichen Probleme aber nutze Johannes Paul II. das Heilige Jahr 2000 zu historischen Versöhnungsgesten. Er traf sich mit führenden Vertretern der Moslems und bat in einem aufsehenerregenden Mea Culpa um Vergebung für die Schuld der katholischen Christen bei der Judenverfolgung, aber auch bei den Glaubenskriegen und der Inquisition.

Die Aussöhnung mit den anderen Religionen war für Johannes Paul II. eines der zentralen Themen seiner letzten Jahre. Sein theologisches Vermächtnis hat er zu seinem 25. Amtsjubiläum in dem apostolischen Schreiben Pastores Gregis hinterlegt. Karol Woityla schrieb darin die zentrale Rolle des Papstes in der katholischen Kirche fest und untermauerte sein Nein zu Reformen beispielsweise für das Priesteramt.

Gleichzeitig betonte Johannes Paul II. in diesem vielleicht wichtigsten Schreiben seiner letzten Jahre: Die katholische Kirche müsse im Namen Christi immer auf der Seite der Armen, der Schwachen und der Unterdrückten stehen." (Quelle: tagesschau.de)

Das gilt im Übrigen nicht nur für die katholische Kirche.
SouLLady
das hab ich mir fast gedacht .. erst gestern hab ich mit meiner mum drüber geredet .. weil ich ihn im fernsehen gesehen hab .. die berichte in der zeitung verfolgt hab .. u hab zu ihr gesagt "der is schon so krank .. er leidet, das sieht man .. u trotzdem macht er weiter .. und das alles nicht für ihn .. sondern für die, die an ihn glauben .. du ihn verehren .."

u nun hat er es geschafft .. nach langen strapazen darf er endlich heim zu seinem herren ..

ich bin zwar kein mensch, der wirklich an gott glaubt - an seine "menschliche" gestalt - aber ich denke, wer auch immer da oben ist, er wird schon wissen, was er tut ..

so wollen wir hoffen, dass es dem papst dort oben besser geht

Abschied
belafarinrod
den papst wir da es da oben bestimmt besser gehen denn in den letzten tagen hat er sich gequält. Er hat sehr leiden müssen, aber die zeit wird jetzt wahrscheinlich vorbei sein
Rabenmaedchen
Ein bewundernswerter Mann, wenn man vor allem die letzten Wochen seines Lebens ansieht.
Ein starker Mann, der viel für die Jugend getan hat (auch wenn man seine konservativen Ansichten nicht übersehen kann).
Aber trotzdem (und auch wenn ich nicht an Gott glaube) bin ich doch der Meinung, dass es besser ist so. Denn ein gezeichneter Mann war er auf jeden Fall.
egati
mir persönlich tut es leid, das ich so "Jung" bin und mich bisher net drum gekümmert hab... nicht gekümmert in dem Sinn das ich den Menschen Karol Wojtyla nicht kannte... ich sah ihn nur als Papst, als den vertreter Gottes, sah aber nicht die Lebensgeschichte des Mannes, der wohl einer bedeutensten Menschen unsere Zeit war...
Jetzt wo ich weiß wie sich alles oder sagen wir viele Zugetragen hat ziehe ich meine Hut...
ich danke ihm auf meine Art für Leistungen und hoffe das er gut ankommen ist wo auch immer ihn sein Weg hinführte!!


:knirsch:
Maya
Original von SouLLady
das hab ich mir fast gedacht .. erst gestern hab ich mit meiner mum drüber geredet .. weil ich ihn im fernsehen gesehen hab .. die berichte in der zeitung verfolgt hab .. u hab zu ihr gesagt "der is schon so krank .. er leidet, das sieht man .. u trotzdem macht er weiter .. und das alles nicht für ihn .. sondern für die, die an ihn glauben .. du ihn verehren .."


ya denke ich auch.
ich bin zwar evangelisch aber trotzdem hat es mich auch geschockt.
Kla , man kennt diese Person nicht , aber man hat ihn immer
im fernsehen gesehen.und irgendwie is das dann komisch.
Auf jedenfall hoffe ich , dass es ihm jetz besser geht .
Kiara
Ich hab im TV nen Interview mit nem Priester aus Deutschland gesehen, der am Samstag bei ihm war und er hat dem Papst gesagt, dass er ihn erst wieder los lässt, wenn er verspricht, dass er zum Weltjugendtag nach Köln kommt. Und der Papst hat gesagt, dass er auf jeden Fall kommt und wenn er auf allen Vieren kriechen muss. Ich finde es echt beeindrucken, dass er trotz seiner Leiden, die madru ja schon erwähnt hatte, eine so starke Persönlichkeit geblieben ist und ein Vorbild für viele Menschen war und wahrscheinlich immer bleiben wird.
Okay, viel kann ich nich über ihn sagen, weil ich ihn nie persönlich treffen durfte, aber ich denke, dass selbst in den medien seeeehr viel seines Charakters rüberkam...

LG an alle, Kiara
Lovely_Angel
Ich denke auch, dass es dem Papst wo er jetzt ist auf jedenfall besser geht.
Ich mein, was hätte er hier noch gehabt?

Hätte er überlebt, dann wäre er immer am Leiden gewesen.
Ich hab mich zwar zu Lebzweiten nie so wirklihc mit ihm befasst,
aber dann als ich erfahren hatte, dass er gestorben ist, dann
war das doch grausam..

Karol Wojtyla, ruhe in Frieden
Rabenmaedchen
Hm... Ich finds immer etwas merkwürdig, dass Leuten der Tod einer Person leid tut mit der man sich nicht so befasst hat.
Klar Tod ist immer schrecklich... Ich finds halt nur... merkwürdig *schultern zuck*
Lovely_Angel
Er war einfach ein wichtiger Mann - und sowas ist immer traurig.
DSP
und der Tod eines "weniger wichtigen" menschen ist weniger traurig?

lol, ich glaube, ich werde off-topic smile
Lovely_Angel
das hat damit doch gar nichts zu tun
Rabenmaedchen
Naja es kommt schon so rüber, als würdest du es weniger "schlimm" finden wenn eine "weniger berühmte" Person sterben würde...
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