Rabenmaedchen
Erstmal vorweg: Das ist keine Glaubensdiskussion!!! Und soll auch keine werden.
Ich will einfach nur wissen, wie ihr für euch Atheismus bedeutet. Und ich mein ejetzt nicht die allgemeinen "Deffinitionen". Sondern was er für euch selbst bedeutet. (das ist vor allem eine Frage an die Atheisten hier).
Denn ich denke Atheismus hat sehr viel mit Persönlichem zu tun.
Für mich bedeutet Atheismus eine Suche.
Entweder nach dem Beweis für Gott, oder gegen ihn. Manchmal bedeutet er mir auch eine Suche nach etwas, an was ich glauben könnte, was ich aber bisher noch nicht gefunden habe.
Nein ich glaube nicht an Gott und ich glaube auch nicht an irgend etwas anderes in diese Richtung. Aber ich denke (vielleicht kann man das eine Art Glauben nennen), dass es irgendwann einen Beweis geben wird. Entweder dafür, oder dagegen.
micha
Irgendwie scheinen keine Atheisten unter uns zu sein
Rabenmaedchen
Doch ich. Bitte keine Veralgemeinerungen
Entweder das oder sie könnens nicht erklären und sind nur aus "Protest gegen die katholische Kirche" Atheisten *G*
micha
Letzteres wäre allerdings sehr schade
PS: Sorry für die Verallgemeinerung
Wolfsblut
Ich bin zwar Agnostiker will aber, wenn gestattet, was dazu sagen.
(Anmerkung: Numen kann man mit „Gott“ übersetzten, ist aber allgemeiner gehalten, und meint jeden möglichen Gott oder Gottheit)
Du glaubst dass es irgendwann ein Beweis für oder gegen die Existenz eines Numens gibt. Somit bist du kein Atheist. Der Atheist kann nämlich nicht davon ausgehen, dass es möglich ist, dass es ein Beweis für eine numinoss Existenz geben kann. Da du nicht ausschließt dass es ein Numen gibt, ohne daran zu glauben, bist du wohl eher eine Agnostikerin als eine Atheistin.
Was dich von der reinen Agnostikerin unterscheidet ist deine „Suche“. Der Agnostizismus geht von der Unmöglichkeit aus das Numinose zu erfassen, dass heißt solches jemals durch Beweise negieren oder affimieren zu können. Somit bist du wohl so was wie eine Agnostikerin auf Zeit: Du glaubst solange an Nichts, bis mal was bewiesen wird.
Ich persönlich, bin wie gesagt Agnostiker. Ich denke es ist, unabhängig vom Fortschritt der Menschheit, unmöglich, jemals allgemeingültig zu beweisen dass es so was wie eine Gottheit gibt. (Oder sonst etwas Metaphysisches). Ich denke sogar dass ein Gott der sich beweisen lässt, kein Gott ist. Ebenso wenig wie ein Wunder dass sich im Labor erzeugen lässt ein Wunder ist.
Ich denke, das Göttliche muss unbewiesen sein, denn eine echte Religion erweitert das Weltbild um den Faktor des Unerklärbaren und Mythischen. Ein bewiesener Gott, also ein Gott der sich wissenschaftlich beschreiben lässt, zerstört das alles naturgemäß.
Ebenso kann es natürlich kein Beweiß gegen die Existenz des Metaphysischen geben, das gebiert schon die Logik. Wie kann das Physische beweisen, dass es das Metaphysische nicht gibt? Das wäre so als würde ein Blinder beweisen wollen, dass es keine Farben gibt, weil er sie nicht sehen kann. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich Wissenschaft und Theologie niemals tangieren können.
micha
Edit: Deiner Definition nach müsste ich also ein "halber" Agnostiker sein, sprich einer, der glaubt, Gott nicht beweisen zu können, aber ihn dennoch voraussetzt
Wissenschaft und Theologie tangieren sich meiner Meinung nach an der Stelle, an der eins versucht, das andere zu erklären oder zu widerlegen. Sicherlich scheitert die Wissenschaft, die Grundlage der Theologie zu erklären - das liegt in der Natur der Sache. Und der Theologie fehlen die Mittel, die Voraussagen zu machen, die die Wissenschaft machen kann. Aber es gibt trotzdem Berührungspunkte, wie ich finde. Spätestens bei der Diskussion um die (Un)Möglichkeit der Schöpfung bei den gegebenen Naturerscheinungen/~gesetzen.
Wolfsblut
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Original von micha
Edit: Deiner Definition nach müsste ich also ein "halber" Agnostiker sein, sprich einer, der glaubt, Gott nicht beweisen zu können, aber ihn dennoch voraussetzt
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Nö. Meiner Deifinition nach, bist du ein wahrhaft gläubiger Mensch^^
Die Berühungspunkte existieren nur scheinbar. Eine Religion muss so gewählt sein, dass sie nicht mit der Wissenschaft in Konflikt kommt. Wenn es heißt "Gott lässt es Morgen regnen" und es Regnet Morgen nicht, ist damit dieser Glaube objektiv wiederlegt. Wenn eine Religion mit der Wissenschaft in Konflikt kommt, oder sich auf Wissenschaftliche Lücken beruft (Es gibt keine andere Erklärung also muss es Gott geben) ist das, wie ich finde keine echte Religion sondern mehr eine Art Ersatzreligion, wie ich auch die Zeugen Jehovas sehe(Die Welt geht dann und dann unter, dann doch nicht, dann schon etc pp). Eine Ersatzreligion ist auch ein Glaube, allerdings erweitert er nicht das Weltbild um das Unerklärbare sondern schrenkt die Welt ein. Außerhalb des Glauben darf es nichts geben und deshalb wird alles andere negiert.
Leider machen die alten Religion wie das Christentum keine klaren Aussagen, deshalb ist es eine Interpretationsfrage ob man jetzt meint die Bibel widerspräche der Evolution oder nicht (Als Beispiel) Meiner Meinung widerspricht die Bibel in keinem mir bekannten Punkt einer wissenschaftlichen Lehrmeinung.
Umgekehrt, ist es nicht wissenschaftlich eine Relgion wiederlegen zu wollen. Ein echter Wissenschaftlicher kann die Existenz Gottes nicht leugnen, da die nicht Exitenz eines Beweises für eine Exitenz, kein Beweis für eine Nichtexitenz ist. Wird die Wissenschaft dazu missbraucht Aussagen über Dinge zu machen die außerhalb der Wissenschaft liegen, ist das eine ideologische Angelegenheit und keine wissenschaftliche.