"Du sollst nicht Ehebrechen" oder "Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Frau"?

Adlerschlange
Die Katholiken gehören in eine andere Zeit, vielleicht sogar in ein anderes Jahrtausend. Die Evangelischen kommen uns gewöhnlich viel moderner vor - und das ist auch kein Wunder, denn mit ihren fängt die Moderne an. Ein Kernpunkt des Protestantismus ist der Wortglaube. Das bedeutet, daß sie das genaue Wort der Bibel für den Willen und die Wahrheit Gottes halten (Und als der HERR mit Mose zu Ende geredet hatte auf dem Berge Sinai, gab er ihm die beiden Tafeln des Gesetzes; die waren aus Stein und beschrieben von dem Finger Gottes. 2. Mose 31:18 - n. Martin Luther). Im Gegensatz zu den Katholiken, die dasselbe durch die Tradition und die Philosophie (Thomas v. Aquin) so hinsortieren, daß es paßt.

Meine Frage ist nun, wie wir die Bibelworte "Du sollst nicht ehebrechen" (das siebte Gebot; 2. Buch Mose 20, 1-17) umzusetzen ist. Für den Wortgläubigen ist es auf den ersten Blick ganz einfach. Doch gilt auch: wo keine Ehe, da kein Ehebruch? Wie ist es für den Christen mit einer "Beziehung"? Darf er eine Beziehung zerstören, auch wenn das kein Ehebruch ist?

Die kath. Kirche gibt es schon ziemlich lange. Das hat viele Nachteile, aber den einen Vorteil, daß sie schon viel gesehen hat und die Menschen kennt. Bei ihnen hat man dieses Problem schon lange erkannt. Darum gibt es das siebte Gebot für sie in der Form nicht (es lautet: Du sollst nicht stehlen; Katholischer Katechismus Oldenburg Benno Paulusverlag Veritas 1993). Sie haben das Ganze geteilt und in das sechste und neunte Gebot gepackt:

- Du sollst nicht Unkeuschheit treiben.
(Soll heißen: schlaf mit keinem, den du nicht auch heiraten würdest)

- Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau.
(Damit ist dann wohl auch eine Beziehung ohne Trauschein gemeint und - schon der Gedanke (=Begehren) ist strafbar lol )
micha
Eine Kirche, die am Wort Gottes herumspielt, lästert Ihn übrigens und macht sich selbst zu Gott, indem sie Menschenweisheit als Gottes Weisheit ausgibt. Das nur am Rande smile

Natürlich darf ein Christ keine Beziehung zerstören. Jesus hat in der Bergpredigt die Gebote ausgelegt, unter anderem auch das Gebot, das sich mit dem Ehebruch beschäftigt:

"Wie ihr wißt, heißt es im Gesetz: 'Du sollst nicht die Ehe brechen!' Ich sage euch aber: Schon wer eine Frau mit begehrlichen Blicken ansieht, der hat im Herzen mit ihr die Ehe gebrochen." ( Matthäus 5, 28 )

Das gilt jetzt nur für die Ehe, aber Jesus hat das gesamte Gesetz Gottes zusammengefasst - zu zwei Aussagen. Eine davon ist: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst." Das heißt also: Wenn ich nicht will, dass mir jemand meine Beziehung zerstört, so darf ich das auch nicht tun. Ich soll meinem Nächsten genauso wertschätzen wie mein eigenes Wohl, da hat Egoismus keinen Platz.

Soweit zur Theorie.

Natürlich ist die Praxis unerfüllbar, das ist nicht durchzuhalten. Die Unfähigkeit des Menschen, den Idealen Gottes gerecht zu werden, entschuldigt aber nichts. Ich kann mich nicht vor Gott hinstellen und sagen "Tut mir leid, aber ich konnte ja nicht anders, weil ich sündig bin." Das ist offener Unglaube an der verändernden Kraft Gottes.

Es gibt Menschen, die sich ihrer Sündhaftigkeit so sehr bewusst sind, dass sie psychisch erkranken. Das darf aber nicht passieren, weil diese Sicht einseitig ist. Jesus Christus ist für die Sünde gestorben. Sei es im Fall des "Beziehungszerstörers": Jesus wusste in Gethsemane, dass er auch für diesen Menschen, der sich da schuldig macht, sterben würde. Er hätte es nicht tun müssen, aber er liebte diesen Menschen einfach zu sehr. Also starb er für ihn und trug seine Schuld. Das wertet die "Sünder" wieder auf und macht sie zu neuen Menschen. Aber auch das ist kein Freibrief für hemmungsloses Sündigen auf Kosten Jesu. Damit verspottet man seine Liebe und sein Leiden.

Es sieht wohl so aus, dass jemand, der eine Beziehung zerstörte, die Vergebung Gottes braucht, denn er hat auf jeden Fall damit gesündigt. Er bekommt sie aber auch. Gott schaut in die Herzen der Menschen und sieht ihre Motive für ihr Handeln. Bei absichtlicher Sünde wirds schwierig, aber ein Mensch, der teilweise gar nicht anders konnte, und der echte Reue empfindet - da ist Gott treu und zeigt seine Liebe. Es kommt vor allem auf die innere Einstellung drauf an. Gott ist gerecht.
Adlerschlange
Ich stimme Dir in allen Punkten zu. Nur scheint mir Dein Beispielchrist doch ein ziemlich triebgesteuerter Mensch zu sein (aber ein Mensch, der teilweise gar nicht anders konnte). Aber auch das soll es geben. Wie es bei uns zuhause immer hieß: [schlechtes Plattdeutsch] Uuse Herrgott heff do welke tüsken [/schlechtes Plattdeutsch]

edit: "Unser Herrgott hat da welche zwischen" > Unverständlichkeit des göttlichen Ratschlusses > Undurchschaubarkeit des menschlichen Wesens > "Der Mantel der Liebe deckt alles zu" > mahnt zur Bescheidenheit und verhindert, sich selbst für einen Heiligen zu halten.
micha
Triebsteuerung mag ein Grund sein, aber nicht immer ist die alleinige Schuld für so ein Beziehungs"wechsel" bei demjenigen zu suchen, der sich schuldig macht. Es gehören da auch zwei dazu - nämlich mindestens auch die Partnerin/der Partner, und in manchen Fällen sogar alle drei Personen - wenn der "Ex" selbst zum Ende der Beziehung beitrug. Das ist aber wohlgemerkt nur in seltenen Fällen so.

Allerdings ist es immer schlecht, wenn Christen daran beteiligt sind, weil - sie haben naturgemäß ein sehr schlechtes Gewissen, das sie nur schwer wieder loswerden. Da mag der "Trieb", wie du es nennst, auch noch so stark sein.
Adlerschlange
Schon wieder hast Du recht. Es gibt wirkich Scheusale (der "Ex"), die man keinem an Herz legen kann und an denen festzuhalten auch eine Katastrophe wär.

aber nicht immer ist die alleinige Schuld für so ein Beziehungs"wechsel" bei demjenigen zu suchen, der sich schuldig macht
Hm, da wird aus dem Beispielchristen ja ein regelrechtes Opferlamm: er macht sich schuldig/verliert seine Unschuld um des Guten willen... Schön und gut, aber bloß den guten Mann nicht mit Jesus verwechseln... Das ist nämlich Blasphemie...
micha
Mir scheint, du verstehst mich absichtlich falsch smile

Ich habe extra betont, dass es nur selten vorkommt, dass er "Ex" selbst stark zum Ende der Beziehung beiträgt. Biblisch gesehen ist es vielleicht so:

Da Gott die Selbstverantwortlichkeit sehr hoch bewertet, ist das Zerstören einer Beziehung Sünde - da ist deren Zustand sehr nebensächlich. Für den sind nämlich die Partner verantwortlich. Insofern ist derjenige, der sich da einmischt, keinesfalls ein Opfer. Wer in welcher Art und Weise diese Bezeichnung verdient, kommt auch stark auf die Situation an, aber ich glaube nicht, dass der neue Partner ein Opfer der Umstände ist. Er ist ja im Prinzip der lachende Dritte, sofern er mit seinem Gewissen klarkommt.
Adlerschlange
Nee, nee, nix absichtlich mißverstehen... lol

Dann ist der lachende Dritte also kein Opferlamm, sondern das Opfer der kaputten Beziehung der anderen?? Augen rollen

Das ist nur einfach der Punkt, warum ich mit dem ganzen Christentum nicht viel anfangen kann: Am Ende ist es doch völlig wurscht, weil Gott dich doch lieb hat und seine Gnade es richten muß. Da mach ich mir mein schlechtes Gewissen lieber selber ...ohne Gebote
micha
Doch, du verstehst mich falsch, weil du eine Tendenz zur Verallgemeinerung und Pauschalisierung zeigst.

Der Sinn des Christentums... Den gibt es nicht. Es macht keinen "Sinn", dieses und jenes (nicht) zu tun, nur weil man sich als Christ bezeichnet. Allerdings macht es Sinn, Christ zu sein, wenn man von der Existenz Gottes überzeugt ist. Dann tut man "dieses und jenes" (nicht) - aus dem Glauben heraus, dass Gott existiert und den Glauben mit dem ewigen Leben in Herrlichkeit belohnt. Trotzdem und gerade deswegen hat man seine Gnade und Liebe nötig, weil man sich aus eigener Kraft nicht aus dem Sumpf ziehen kann (und das ist nicht nur physikalisch so).

Und das ist ja das Problem. Nehmen wir an, es passiert tatsächlich: Ein Christ zerstört eine Beziehung, aus welchen Gründen auch immer. Das hätte nicht passieren dürfen, das ist ihm klar. Er hat sich an Gott und an dem Ex versündigt. Was soll er machen? Ihm bleibt eigentlich nichts anderes übrig, als mit dieser Schuld, die ihm sicher aufrichtig leid tut, vor Gott zu kommen. Denn die Beziehung wieder zu beenden hieße, drei unglückliche Menschen zu hinterlassen.

Es ist auch geboten, sich in alle Beteiligten hineinzuversetzen und sich genau zu überlegen, warum sie was getan haben. Welche Faktoren auf diese und jene Entscheidung welche Wirkung hatten. Nichts anderes tut Gott. Und das ist auch eine große Hoffnung für diejenigen, die schuldig geworden sind.
sternenbraut
Ich habe da etwas gefunden in dieser Bergpredigt, was ich gar nicht verstehe.

"Es ist auch gesagt (5. Mose 24,1): Wer sich von seiner Frau scheidet, der soll ihr einen Scheidebrief geben. Ich aber sage euch: Wer sich von seiner Frau scheidet, es sei denn wegen Ehebruchs, der macht, daß sie die Ehe bricht; und wer eine Geschiedene heiratet, der bricht die Ehe."

Wie ist das denn zu verstehen? unglücklich
Wolfsblut
Ist das so schwer?
Normalerweise kann man sich Scheiden lassen, mit einem Scheidungsbrief. Jesus aber meint, dass man sich nicht scheiden lassen darf, und das ist Ehebruch, außer wenn die Frau voher fremdgegangen ist.
Außerdem meint er es ist für einen Mann auch Ehebruch eine Geschiedene Frau zu heiraten, da sie für ihn noch verheiratet ist. Wo ist das Problem?
micha
Na ja, halt so, wie es da steht smile

Ich nehme mal eine etwas leichter geschriebene Übersetzung, die "Hoffnung für alle". Matthäus 5, 31.32:

"Bisher hieß es: 'Wenn sich jemand von seiner Frau trennen will, soll er ihr eine Scheidungsurkunde geben.' Ich (Jesus) sage euch aber: Wenn ein Mann sich von seiner Frau trennt, obwohl sie ihn nicht mit einem anderen Mann betrogen hat, so treibt er sie zum Ehebruch. Und wer eine geschiedene Frau heiratet, der begeht auch Ehebruch."

Jesus war hier dabei, das alte jüdische Gesetz auszulegen, das Mose etwa 1500 Jahre vorher in Absprache mit Gott aufgestellt hatte. Die damaligen Gelehrten (heute nennt man sie Theologen) legten das Gesetz gern wörtlich aus, ohne den eigentlichen Sinn erkannt zu haben: Den Schutz des Menschen. Deswegen erklärte Jesus seinen Zuhörern, was Gott eigentlich mit dem Gesetz über die Scheidung gemeint hatte:

Laut Überlieferung waren Scheidungen möglich, man musste seiner Frau dabei mehr oder weniger nur eine Urkunde geben. Scheidungen waren aber nie im Sinne des Erfinders der Ehe, nämlich Gott. Das haben die Gelehrten damals gar nicht verstanden. Wenn es nach Gott geht, gibt es keine Scheidungen. Sie sind nur ein Ausdruck des Umgangs des Menschen mit der Liebe.

Deswegen Jesu Erklärung: Nach Gottes Willen ist eine Ehe tatsächlich ewig. Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden, sagt man. Deswegen bezeichnet Jesus hier die Wiederheirat einer geschiedenen Frau als Ehebruch. Es gibt aber offensichtlich eine Ausnahme: Wenn Untreue im Spiel war und der betrogene Partner so sehr verletzt ist, dann ist eine Scheidung immer noch nicht gut, aber möglich.

Gott weiß um die Sexualität der Menschen, er hat sie so geschaffen. Es ist halt total daneben, sich einfach so von seinem Partner zu scheiden, nur weil man der Meinung ist, dass es einem nichts mehr bringt. Damit erfüllt man die Bedürfnisse des anderen nicht mehr und treibt ihn geradezu in den Ehebruch.

Das ist sozusagen wortreich erklärt, was Jesus in wenigen Worten umrissen hat smile
sternenbraut
"Und wer eine geschiedene Frau heiratet, der begeht auch Ehebruch."


Diese Stelle meine ich.
Gerbreton
Er meint: Wer eine geschiedene Frau heiratet, bricht deshalb die Ehe, weil eine Ehe zwar nach dem Gesetz, aber nicht vor Gott geschieden werden kann. Weil die nach dem Gesetz geschiedene Frau vor Gott immer noch eine verheiratete Frau ist, bricht derjenige Ehe, der sie heiratet, auch wenn das Gesetz es zuläßt...
sternenbraut
Und hat das heutzutage für einen Christenmenschen noch Gültigkeit?
Es ist ja schlimm, diese These ...
micha
Versteh mal eins... Es gibt Christen und Christen Zwinkern

Die einen pfeifen darauf und heiraten auch geschiedene Partner. Die anderen tun es nicht. Dafür kann es mehrere Gründe geben, mir fallen meistens zwei auf:
Da gibts einmal die sehr strengen Christen, die sehr penibel auf das Gesetz achten, weil sie sich davon erhoffen, bessere Menschen zu werden. Dann gibts die Christen, die ihrem Gott so sehr vertrauen, dass sie ihm zuliebe diese Gebote befolgen. Und zu letzteren würde ich mich zählen.

Mag sein, dass du es für schlimm hältst, dass ich versuche, nach diesen Maßstäben zu leben. Aber bedenke eins: Gott will hier niemanden knechten. Er erwartet schlicht eins: Verantwortungsbewusstsein. Er will nicht, dass wie wild geheiratet und geschieden wird, je nachdem, wo die Liebe eben gerade hinzufallen scheint. Denn die Ehe (!!!) ist mehr als ein Versprechen vor dem Traualtar. Es ist die Bindung zweier Menschen fürs Leben! Das ist keine Utopie, nur weil es die meisten Paare in unserer Gesellschaft nicht mehr hinbekommen. Denn früher hat es auch funktioniert.
Eine Scheidung ist etwas Grausames! Es ist eigentlich eine Missachtung des eigenen Versprechens an seinen Partner und eine perverse Zerstörung der Liebe. Was bei manchen Scheidungen so abgeht und was das mit den Menschen macht... Gott weiß das genau und ist deswegen hier auch so konsequent. Dieses Gesetz ist nicht gegen, sondern für uns!

Sieh es mal von der Seite und hack nicht gleich auf den Christen herum Augenzwinkern
sternenbraut
Versteh mal eins... Es gibt auch Christen und Nicht-Christen Zwinkern

Ich habe eine Frage gestellt und ihr habt sie mir ausführlich beantwortet. Danke dafür. Ich halte das Gesetz für nicht richtig und du hältst es für gerade richtig. Damit hacke ich doch nicht auf Christen herum. Sie es auch einmal so:
Du verneinst die Evolutionstheorie. Ich fiinde dann nicht, dass du auf den Befürwortern dieser Theorie rumhackst.

Sie es mal so... winken
micha
Umso beeindruckender, wenn du als Nichtchristin trotzdem die Bibel liest. Hoffentlich entdeckst du auch Dinge darin, die dir mehr geben als Gedanken über Scheidung. Dieses Buch hat so viel mehr zu bieten, aber das entdeckst du bestimmt selbst gerade smile

Das mit dem "auf Christen herumhacken" war eine kleine Reaktion auf deine Wertung, dass Jesu Ansicht "schlimm" ist. Ich bin da immer ein wenig dünnhäutig, sorry smile Na ja, zumal ein Christ eben ein Nachfolger Jesu ist, das heißt, er orientiert sich an Jesus und seinem Leben. Das heißt, dass du - indem du biblische Weisheiten so negativ bewertest - auch automatisch einen Christen treffen kannst. Was aber sicher nicht deine Absicht war.
sternenbraut
Vielleicht war ich auch etwas zu voreilig. Es bezieht sich ja auch nicht auf die Scheidung einer Ehe, die standesamtlich geschlossen wurde. Damals gab es ja die Ehe vor dem Staat noch nicht. Glaube ich jedenfalls.

Aber das ist auch die nächste Frage. Wenn die Liebe nunmal erlischt und es für beide das Beste ist sich zu trennen? Man kann doch den Partner lieben und nach 10 Jahren feststellen, dass es nicht mehr geht? Es weiß doch keiner, wie es mal wird. Obwohl man sich anfangs so sicher ist.

Was ist daran so schlimm, wenn ein Mann eine geschiedene Frau kennen und lieben lernt und sie auch heiraten möchte? Es ist bestimmt ein Unterscheid, wenn man sich das Eheversprechen auf dem Standesamt gibt oder in einer Kirche. Aber gilt nicht für beide das gleiche?

Man weiiß es doch niemals, wie es in ferner Zukunft mal wird mit der Liebe.
micha
Das mit dem "Was ist in zehn Jahren?" ist ein beliebtes Argument. Na ja, für mich zählt das nicht. Warum?

Wieso heiraten zwei Menschen? Genau, weil sie sich lieben. Aber es gehört noch ein Stückchen mehr dazu, denke ich. Ich würde nur eine Frau heiraten, bei der ich mir die Frage "Willst du mit dieser Frau wirklich dein ganzes Leben verbringen?" absolut ehrlich und aus vollem Herzen mit "Ja" beantworten kann. Das ist noch ein wenig mehr als Liebe. Mit diesem Ja-Sagen liebt man auch die Schwächen des Partners und seine Eigenarten voll und ganz. Diese Frage sollte man sich auch erst dann stellen, wenn man ein wenig zusammengelebt hat und auch das "Alltagsgesicht" des anderen kennengelernt hat.

Natürlich können sich Menschen verändern. Aber wer wirklich liebt, der geht mit seinem Partner mit. Der lässt ihn nicht stehen. Oder man findet zusammen eine Lösung. Ich behaupte, dass 90 Prozent aller Scheidungen absolut unnötig sind. Man hat einfach keine Lust mehr, oder man streitet sich nur noch. Aber dann vergisst man vielleicht, dass a) der Partner auch nur ein fühlendes Wesen ist und seine Sehnsüchte hat und b) warum man ihn einmal geliebt hat. Wenn einem wirklich etwas an der Beziehung liegt, dann wird man nicht in der Scheidung auseinandergehen, sondern es mit allen Mitteln versuchen (und sei es, selbst Opfer zu bringen), die Liebe wiederzufinden. Das ist möglich!

Na ja... Wir leben halt in einer Gesellschaft, in der Scheidungen "normal" und sehr einfach geworden sind. Es gibt sogar "Eheverträge", man heiratet mit dem Gedanken im Hinterkopf, sich eines Tages wieder scheiden lassen zu können. Welch ein Wahnsinn! Das ist in meinen Augen ein total falsches Verständnis der Ehe. Die sollte echt nur mit dem Vorsatz geschlossen werden, dass beide Partner einander bis zum Lebensende treu sind. Alles andere ist keine Ehe.
sternenbraut
Das mit dem "Was ist in zehn Jahren?" ist ein beliebtes Argument. Na ja, für mich zählt das nicht. Warum?^
Ein belliebtes Argument ist auch, andere Argumente als "beliebtes Argument" anzuführen.Engel Ich stimme dir in fast allem zu. Grade das Lieben der Unzulänglichkeiten des anderen ist wichtig.
Jeder denkt doch aber bei der Eheschließung, dass es "für immer" ist. Sonst würde man ja nicht heiraten. Was ist miit den 10%, die es nicht mehr miteinander aushalten? Da stimmt doch das "Gesetz" nicht?
Was ist mit einer Frau, die geschieden ist? Warum heiratet die ein Christ nicht? Ich finde das Gesetz schlimm. Liegt es daran, dass sie für einen Christen noch vor Gott verheiratet ist, weil es "vor Gott" keine Scheidung gibt? Meinte das der Jesus? Der Logik von dem Gesetz in der Bergpredigt zufolge, müsste dann eine Frau für immer ledig sein. Oder eben eine "wilde" Ehe führen. Ich wöllte aber eine Familie und das alle den Namen haben, den mein Mann hat- Es soll doch symbolisieren, dass wir alle zusammen gehören.

Und noch etwas: Wenn alle Christen so wären, wie du dich beschreibst, dann wäre das Gesetz doch überhaupt nicht nötig. Und das Gesetz ist doch an Christen gerichtet. Andere lesen es doch nicht. Heutzutage ...
Silberschmuck vergoldet - Lyrics
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